Taboulé oder die schönsten Blumen liegen vor der Tür!

Gerne würde ich manchmal schneller DANKE sagen. Die Lieblingsmenschen wohnen ja fast nebenan. Da ich aber weiß, dass sie auch gerne lesen, was ich schreibe, mache ich das halt jetzt mal hier.

Meine Eltern wohnen fast nebenan. Und manchmal, wenn man nicht damit rechnet, man sich lange nicht gesehen hat oder wenn der andere sagen will „hey, hab an dich gedacht!“, genau dann liegt ein kleiner Gruß vor der Haustür. Manchmal finde ich meine Lieblingsblumen vom lokalen Markt, ein paar Eier, geliehenes Geschirr, frisch gefüllt mit Frikadellen, Kekse, Obst und heute war es frisches Grün. Duftendes Grün. – Minze!

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Was macht man mit frischer Minze zuerst? Na klar, erst einmal kräftig die Nase reinstecken und alle ätherischen Öle aufsaugen. Dann bitte kräftig abwaschen. Menschliche Wesen sind nicht die Einzigen, die diese saftigen Blätter gerne mögen. Auch die hundsgemeine Blattlaus fühlt sich wohl.

Die ersten Stängel wandern abgewaschen in ein hohes Glas, dazu etwas gepresste Orange, Orangenscheiben, Ingwer und Honig und dann mit heißem Wasser aufgießen und etwas ziehen lassen. Das Getränk genieße ich gerne bei der folgenden Schnibbelarbeit.

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Hochsommerliche Temperaturen herrschen ja immer noch nicht, aber mit dem frischen Grün musste ich meinen Lieblingssommersalat zubereiten.

 

Taboulé (Salat aus Weizengrieß und Gemüse)

  • 2 große Handvoll gehackte Petersilie
  • 1oo gr Couscous
  • etwas gezupfte Minze
  • etwas gehackter Koriander
  • 2 fein gehackte Tomaten
  • 1 fein gehackte kleine Zwiebel
  • Zitronensaft einer Biozitrone
  • Essig
  • Olivenöl
  • Salz
  • Pfeffer

120 ml Wasser aufkochen lassen und den Couscous in einer Schale mit dem Zitronensaft übergießen. Etwas Salz dazu geben und ziehen lassen. Der Couscous ist soweit, wenn die gesamte Flüssigkeit aufgesogen wurde. Nun die gehackten Zutaten dazu, mit Salz, Pfeffer und Essig abschmecken. Nach Belieben noch etwas Zitrone dazu und kurz vor dem Servieren mit einem Spritzer Olivenöl abrunden.

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Dazu kann man den Pfefferminztee solo reichen, ohne Orange und so weiter. Schmeckt herrlich erfrischend.

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Ich lese gerade, Deutschland erwartet einen neuen Wintereinbruch. Aprilwetter pur. Zeit, sich in die Sonne Marokkos zu träumen. Lasst es euch schmecken.

Guten Appetit!Melsbonheur_taboule5

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Ibiza oder FEIGE zu sein, nützt auch nichts!

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Ich war ungefähr ein Jahr alt, als ich das erste Mal den Boden der Baleareninsel IBIZA betreten, ähem, bekrabbelt habe. Und das ist ungefähr drölfzig Jahre her (frage nie eine Frau knapp über Vierzig nach ihrem Alter).

Meine Tante nebst Onkel haben sich schon sehr früh in die Insel verliebt. In den Siebzigern war dort noch alles möglich und Eigentum konnte man sich damals noch dort aufbauen. Es bot sich für die beiden an, dort im wahrsten Sinne des Wortes etwas aufzubauen, zumal mein Onkel damals noch die Zechenhäuser eines großen Ruhrpottunternehmens auf Stand hielt und so also von der Materie Bau Ahnung hatte.

So begab es sich, dass zwei Pöttler mit Tochter auf der Insel der Hippies in der Hippiezeit ein kleines Häuschen auf dem Land bauten. Zu dieser Zeit waren Flüge tatsächlich noch unbezahlbar, wir machten uns mit dem Auto auf den Weg nach Barcelona, um von dort aus mit der Fähre übernacht zur Insel zu kommen.

Ich glaube, ich habe mit dem einjährigen Lebensalter schon Ibizenko-Blut erhalten. Seitdem hat mich die Insel vereinnahmt.

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Natürlich ändern sich mit dem Älterwerden auch die Eindrücke der Insel. Erst waren es die endlosen Sandburgen an den Stränden und die Fischlollis (Langusten) aus der Paella sowie die zahlreichen Eissorten der Strandhütte, die mich faszinierten. Dann waren es natürlich die Freiheiten des Nachtlebens. Wo sonst machen Diskotheken erst um 2 Uhr nachts auf und verlagern dann die Party an den Strand? Wo sonst treffen soviel bunte Hühner aufeinander und legen so bekannte DJs auf? Und wo sonst zahlt man sich aus dem Leben, kennt man nicht jemanden, der einen kennt, der preiswerter an die Tickets kam?

Aber das driftet zu sehr nun ab. Eine meiner längsten Erinnerung ist der Weg zum Strand. Dieser war nicht wirklich weit, aber bei vierzig Grad im Schatten und (immer noch) sehr kurzen Beinen erscheint er ewig lang. Ein Highlight auf dem Weg dorthin war ein großer Feigenbaum. Mit Feigen verhält es sich, wie mit Koriander. Man hasst es oder man liebt sie. Mittlerweile liebe ich sie, zumal ich immer seltener in den Genuss komme. Die süßliche, weiche Konsistenz und die nussigen Körner schmecken einfach nach Urlaub.

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Jetzt kann man sie einfach pur vom Baum essen…oder möglichst weich aus dem gut sortierten Obst-und Gemüseregal kaufen. Hier habe ich sie mit Parmesan und einer Vinaigrette zubereitet. Einfach aufschneiden, den Parmesan darüber hobeln und mit einer Vinaigrette aus 1 TL Honig, 1 TL Senf, 1 EL Öl und 1 EL Essig sowie Salz und Pfeffer überträufeln. Vielleicht wird in dieser Variante auch der Korianderhasser zum Feigenliebhaber.

Guten Appetit.Wasserzeichen_Vorlage

Mels Sommerparadies oder Holla, die Waldfee!

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Manche bekommen vor einer riesigen Pfanne Bratkartoffeln mit Spiegelei feuchte Augen, wieder andere lieben den Geschmack von heißer Honigmilch, einige brauchen Leberwurst aus der Dose und ich bin soeben in meine Kindheit gebeamt worden, als ich meine Nase in die Holunderblüten gesteckt habe.

Jeder verbindet mit einer Speise oder einem Getränk Erinnerungen an schöne oder weniger schöne Erinnerungen aus der Vergangenheit. Manchmal reicht ein bestimmter Geruch allein, um längst vergessene Bilder aus dem Gedächtnis zu kramen. Mein Lieblingsduft ist der von Holunder. Das hieß: Sommer vor der Tür, Barfuß, Matschepampen im Sand, draußen, grillen, entspannte Eltern, Ferien, Freibad, Strohhalme und abends nach einer kalten Dusche und trotzdem schmutzigen Fußnägeln glücklich ins Bett segeln.

Als Kind habe ich viele Wochenenden in der Ferienhütte meiner Großeltern verbracht. Mein Großvater hatte damals, als hier noch Zeche und Kokerei in voller schwarzer Blüte standen, eine kleine Hütte mit Waldgrundstück an der Lippe mit viel Land drumherum umzu toben und erkunden. Für eine Pause sind wir dann zu meiner Oma in die improvisierte Hütte, wo es ganz wunderbar roch. Meist wurden schon Vorbereitungen für den Grillabend getroffen. Wir mußten uns mit den kleinen Mägen und der großen Abenteuerlust zwischendurch immer mal stärken. Es gab eisgekühlte Holunderlimo und gebackene Holunderblüten.

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1 Ei, 1 EL Zucker, 100gr Mehl für 5 Holunderblüten mit Sti(e)l

Blüten in das geschlagene Ei tunken und dann im gezuckerten Mehl wenden. In einer Pfanne ausbacken, sofort vertilgen! Köstlich!

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Der Sirup hält sich eingekocht manchmal etwas länger, bis in den Herbst. Dafür werden wieder 2 gute Handvoll Blüten gebraucht. Sehr gut waschen bitte. 1 l Wasser, 1/1/2 Kilo Zucker, 5 ungespritzte Zitronen, 2 unbehandelte Orangen.

Den langen Stil der Blüten entfernen und in ein verschließbares, ca. 2 l Glas geben. 2 Zitronen auspressen, den Rest der Zitronen und Orangen in Scheiben schneiden und ebenfalls mit dem Zitronensaft ins Glas geben.

Hollerbluete4Das Wasser aufkochen und den Zucker darin auflösen, das Gemisch über die Hollablüten und die Zitrusfrüchte geben. Das Glas gut verschließen und für 3 Tage an einen kühlen Ort stellen. Jeden Tag umrühren.

Am dritten Tag das Gemisch durch ein sauberes Baumwolltuch geben und aufkochen lassen. Anschließend in kleine Weckflaschen geben. Nach Gebrauch mit Eiswürfeln mit Mineralwasser oder für Erwachsene mit Secco aufgießen.

Zum Wohl.