Apfelgalette oder die Kunst, Dinge zu verpacken!

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Heute hatte ich ein nettes Gespräch mit einer sehr agilen Frau. Ich betone, agil, denn sie hat jede Menge gesundheitliche Einschränkungen im Alltag, die insgesamt nur schwer zu händeln sind. Sehr erfahren ist sie, schon viel durchgemacht hat sie, schon viel gearbeitet hat sie und zwei Kinder allein durchgebracht hat sie. Kinder, von denen ich denke, dass sie von Herzen gut sind und alles für ihre Mutter tun würden. Weil sie dankbar sind.

Diese Frau spricht die deutsche Sprache nicht fließend. Ich spreche ihre Sprache auch nicht, deshalb kommunizieren wir über den gleichen Humor, ein herzliches Lachen und die deutschen Worte, die sie gelernt hat und in ihrer Bedeutung gerne richtig zuordnen möchte. So geschehen heute. Ich traf sie mit ihrer Tochter vor der Haustür. Nun ist ihre Tochter eine sehr gute Freundin von mir und wir nutzen jede Gelegenheit, die es uns im Alltag möglich ist, kurz denselben Alltag zu vergessen. Ich lud die beiden Damen auf einen schnellen Kaffee in mein Büro.

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Wir sprachen über Yoga, gesunde Ernährung, eine viel zu überteuerte Küchenmaschine und deutsche Kochbücher. Dazu gab es einen schnellen Kaffee und ein Stück Apfelgalette.

„Ein Stück Waaaaas?“, fragte die agile Dame. Ich versuchte das kurz zu erklären. Dann erzählte sie eine kurze Geschichte über die ich Tränen gelacht habe (das ist schon lange nicht mehr passiert!). Sie erzählte, dass sie gestern ein Kochbuch zu besagter überteuerten Küchenmaschine gelesen hat. Nebenbei, es war ein überteuertes Kochbuch zu der überteuerten Küchenmaschine. Sie versuchte, die Rezepte zu verstehen und wunderte sich wieder einmal über die deutsche Sprache. Sie mußte erst einmal „Quiche“ nachschlagen und „Lagenkuchen“ und „Schichtsalat“. Ich sagte, sie esse gerade einen Apfelkuchen mit Mürbeteig, der einfach anders verpackt ist. Sie schaute mich groß an, lachte und verzweifelte wieder mal aufs Neue an der deutschen Sprache.

Schade, finde ich. Denn das überteuerte Kochbuch vermittelt einen falschen Eindruck der guten alten deutschen Küche. Das meine ich ehrlich und schreibe hier das Rezept für den „mit Mürbeteig eingeschlagenen Apfelkuchen„.

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Zutaten Teig: 250 g Mehl, 2 EL Zucker, 1 Prise Salz, 1 Ei, 150 g kühlschrankkalte Butter, 6 EL kaltes Wasser
Zutaten Belag: 3-4 Äpfel, 3 EL brauner Zucker, 2 EL Zimt, etwas zerlassene Butter
Zutaten Sirup: Apfelreste, Apfelschale, 250 ml Apfelsaft, 50 g brauner Zucker, etwas Zimt

Für den Teig Mehl, Zucker und Salz in einer Schüssel vermengen. Die Butter in Würfel schneiden und außen herum legen. Das Ei in die Mitte geben. Nun den Teig etwas verkneten, dann das Wasser hinzugeben und rasch zu einer Kugel formen. Teig etwas flach drücken und für 30 min. in Frischhaltefolie im Kühlschrank ruhen lassen.

Die Äpfel schälen (die Schale und Gehäuse mit Apfelsaft und Zucker in einen kleinen Topf geben). Die Äpfel in dünne Scheiben schneiden und mit Zucker und dem Zimt vermengen.

Den Teig aus dem Kühlschrank auf einer bemehlten Arbeitsfläche sehr flach und rund ausrollen. Am besten schon auf Backpapier. Jetzt die Apfelscheiben kreisförmig auf den Teig geben, dabei etwas Platz vom Teigrand lassen. Zum Schluss den Teilrand vorsichtig umklappen und dabei kleine Falten bilden. Im Backofen mit Ober- und Unterhitze bei 18 °C 25 min. backen.

Den zur Seite gestellten Topf mit den Apfelresten auf den Herd geben und bei mittlerer Stufe für etwa 20 min. köcheln lassen. Die Galette aus dem Ofen holen, den Sirup durch einen Sieb darüber geben. Dazu einen guten Kaffee oder Tee und die noch winterlichen Temperaturen sind schnell vergessen.

Guten Appetit, was auch immer lieber gegessen wird: Ein ehrlicher Apfelkuchen oder die Apfelgalette.

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Heidelbeertartelettes oder Erinnerungen an die Ferien!

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Na? Habt ihr noch Erinnerungen an die Sommerferien? An die Zeit mit euren Eltern oder mit Kindern oder ganz allein?

Meine Erinnerungen sind noch ziemlich präsent. Und wieder ist meine Nase schuld. Meine Nase sehnt sich heute nach dem Geruch des Sommers. Und ich muss gestehen, ich bin ein halbes Lehrerkind. Und damit einen zwinkernden Gruß an eine treue Leserin, meine Ma.

Sportlehrerin außer Dienst, reiselustig, aktiv, versehen mit der positivsten ansteckendsten Lache, die ich kenne. Und durch und durch Pädagogin mit einer Seelenruhe, die meistens im Hessenland wieder für den Alltag in den Ferien aufgefüllt wurde. Wir hatten eine kleine Ferienwohnung gemietet in der Nähe von Poppenhausen (bitte keine Lacher an dieser Stelle). Im Obergackenhof (Beherrschung, bitteschön), mit einer grandiosen Aussicht auf einen großen Tannenwald und viele Wiesen.

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Wer schon mal auf der Wasserkuppe war, weiß, wie Flora und Fauna dort ticken. Wir Kinder hatten die schönsten Ferien dort. Bewegungsgehemmte, sauerstoffverarmte und großstadt-verödete Schulkinder fühlen sich umgeben von Bauernhöfen und Blaubeerwiesen nämlich sehr wohl. Jawoll. Und machen dort Erfahrungen, die kein Stadtpädagoge der Welt unterrichten kann.

Kühe eintreiben mit dem Zweifingerpfiff, zum Beispiel. Bei der Treibjagd besonders laut sein, aus Versehen, versteht sich. Im Süßkirschenbaum ein Mittagsschläfchen machen und…auf der Blaubeerwiese einen Tag zu verbringen.

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So bei uns. In den Ferien mussten es immer mindestens 2 Tage sein, die wir mit Schalen, Eimern und Decken in den Blaubeeren verbrachten. Natürlich haben wir mit der Hand gepflückt und nicht ausgekämmt, um alle Pflanzen zu erhalten. Zwischendurch musste man aufpassen, dass man mit dem Hintern nicht in einen Schafskürtel plumpste oder eine Blindschleiche an den Waden zwickte. Denn es war meistens irre heiß und man hat die Gummistiefel gerne ausgezogen. Als Belohnung gab es dann ein Bad im eiskalten, trüben aber gesunden Guckaisee und Blaubeerpfannekuchen zum Abendbrot.

Jetzt haben wir keinen Sommer, ich bin nicht in der Nähe von Fulda und die Blaubeeren wachsen noch nicht ansatzweise an der Wasserkuppe. Daher greife ich auf die Kulturheidelbeeren zurück, die man ohne schlechtes Gewissen mal zur Not verwenden kann.

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Blätterteigtartelettes mit Mascarpone und Heidelbeeren:

1 Rolle Blätterteig aus dem Kühlregal, Heidelbeeren, Mascarpone, Naturjoghurt, Milch, Vanillezucker, Zitrone und frische Minze, kleine Mürbeteigförmchen, Erbsen

Den Blätterteig mit Backpapier in Vierecke schneiden und die Förmchen damit ausfüllen. Die Mitte mit den Erbsen füllen. Backofen auf 200 Grad aufheizen, die Förmchen mit dem Teig und den Erbsen blindbacken (die Erbsen sorgen dafür, dass der Boden unten bleibt und nicht zu dunkel wird).

Ca. 2 große Esslöffel Mascarpone mit Joghurt glatt rühren, 1 Paket Vanille-Zucker dazu, etwas Zitronensaft und einen Schuss Milch. Minze sehr fein schneiden (ist in dieser Zeit sehr hart).

Die Erbsen aus den Tartelettes schöpfen (abkühlen lassen, kann man danach normal weiterverwenden), und 2 Löffel Creme einfüllen. Heidelbeeren garnieren und mit Minze bestreuen. Dazu ein Schluck Tee oder Kaffee und in Erinnerungen schwelgen. Kuss, Frau Mama!

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Einmal Pizza ohne Hefe oder Galette Caprese

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Bald ist es hoffentlich wieder soweit. Mel im geliebten Frankreich. Wie sehr vermisse ich das ’savoir vivre“, den Chic der Französinnen und das Klirren der Pastis-Gläser in den Bistros. Ok, ich gebe zu, da versteckt sich meine romantische Seite.

Durch einen tollen Zufall und liebe Menschen bin ich auch beruflich soweit gekommen, nun öfter mal Grüße aus meiner Küche zu publizieren. Schaut einfach mal auf meiner beruflichen Facebook-Seite vorbei, dann könnt ihr bald mehr erfahren, wenn Ihr wollt. Aber zurück in meine Küche:

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Mel ist allein zu Hause, dass heißt bitte einmal eine kleine schnelle Portion, die aber bitte trotzdem lecker und mit viel Gemüse. Dazu bietet sich die französische Pizzavariante ‚Galette‘ an. Der Grundteig hat eine tolle Eigenschaft, er braucht nicht ‚gehen‘ und ist mit wenigen Handgriffen belegbar, auch in einer süßen Variante.

Was braucht man dazu?

120 gr Mehl, 6-8 EL Wasser, 1/2 TL Salz, 1/4 TL Backpulver und kaltes Wasser, etwas Olivenöl zum Bestreichen des Randes

Belag: 1 frische Mozarellakugel, 1 Handvoll Cherrytomaten, 3 getrocknete Tomatenstücke, Salz, Pfeffer, Olivenöl, einige Basilikumblätter und Balsamico

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Die Zutaten für den  Teig mit der Hand und vorerst mit 3 Löffeln Wasser vermengen, nun nach und nach restliches Wasser hinzufügen, bis das Ganze eine homogene Masse ergibt. Auf einem Bogen Backpapier mit den Händen plattdrücken und ziehen, bis der Boden ca. 3 mm Dicke hat. Die Form kann ruhig unregelmäßig sein.

Nun den Mozzarella in flache Stücke zupfen und mittig auslegen. Die in Scheiben geschnittenen frischen und getrockneten Tomaten auf dem Mozarella verteilen. Vorsichtig salzen und kräftig pfeffern. Den Rand nun nach innen klappen und mit etwas Öl bestreichen. Bei 200 Grad Ober- und Unterhitze circa. 25 Minuten goldgelb backen lassen.

Lauwarm mit Basilikumblättern und Balsamico servieren. Dazu passt hervorragend ein Glas Rotwein.

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Bon appétit! Lasst es euch schmecken.

Mel auf der Suche nach der verlorenen Zeit oder Madeleines zum Tee!

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Mit dem Drehen am Thermostat der Heizung steigt mein Verbrauch an Tee zu jeder Tageszeit und die Zahl meiner Tagträume in die Sommerzeit zurück. Eines meiner schönsten Sommererlebnisse liegt schon lange Zeit zurück, ungefähr, ach nein, ich sags anders: Mit der Wahl meiner zweiten Fremdsprache, Französisch, tat ich mich anfänglich sehr schwer. Die französische Grammatik wollte nicht in meinen Kopf und Vokabeln lernen war im Englischen schon angesagt, daher war ich sehr faul.

Bis meine Ma auf die Idee kam, mich auf eine abenteuerliche Tour nach Frankreich zu schicken. Mit einer befreundeten französchischen Lehrerfamilie nebst Tochter und Hirtenhund, namens Lautschrift: „Ürsüla“. Mein erster Urlaub mit Wohnwagen noch dazu.

Meine Eltern brachten mich nach Tourcoing und vor dort aus ging es in die Provence, nach Bédoin (das wird eine andere Geschichte) und dann in einen zauberhaften Ort, wo die Großmutter damals ihr „Ferienhaus“ hatte. Dieses Haus hatte 14 (!) Zimmer, 2 Bäder und Eimer auf den Zimmern. Wir trafen dort auf die gesamte französische Familie mit 6 Kindern, sie alle machten Urlaub im Haus. Man kann sich vorstellen, das Platz auch in dieser kleinsten Hütte für alle war.

Was ich nie vergessen werde, ist der Geruch im Treppenhaus, der von der Bäckerei im Erdgeschoss die Treppe hinaufstieg. In dieser Zeit habe ich die frischesten Croissants, besten Baguettes und meine Liebe zu kleinen Madeleines entdeckt.

Dieses Teegebäck bekam erst entsprechende Aufmerksamkeit, als der Roman „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ (frz. Originaltitel: „À la recherche du temps perdu„, geschrieben 1908/09 bis 1922 und erschienen zwischen 1913 und 1927) von Marcel Proust bekannter wurde. Proust berichtet dort von seinen Kindheitserinnerungen und die verlorene Zeit, die man für falsche Freunde verwendet. Ein recht trauriges Buch, aber die Madeleines wurden dadurch erst berühmt.

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Neulich habe ich diese Silikonform entdeckt und mich eigentlich gescheut, sie zu kaufen. Ich versuche eigentlich auf überflüssige Küchengeräte zu verzichten, aber Madeleines müssen halt halbmuschelförmig aussehen. Man kann sie natürlich auch in Muffinformen ausbacken, aber dann sind es halt keine echten Madeleines.

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Rezept für Madeleines:

Man braucht ca. 100 gr Butter, 90 gr Weizenmehl, 1 TL Backpulver, 2 Eier, 85 g Vollrohrzucker, fein geriebene Schale einer Biozitrone, Zimt, Vanillemark,  Butter und Mehl für die Form

Zuerst die Form buttern und mehlen, Ofen auf 200 Grad vorheizen, die Butter zerlassen, Mehl und Backpulver vermischen, Eier, Zucker, Zitronenschale, Zimt und etwas Vanillemark extra mischen. Dazu dann das Mehlgemisch geben und zum Schluss mit der flüssigen Butter vermengen. Nach ein paar Minuten das Gemisch sorgfältig in die Form füllen, möglichst bis zu Rand, aber ohne ihn zu bekleckern. Der Rand verbrennt dann zu schnell.

Circa 8 Minuten bei Heißluft backen. Am gleichen Tag zu Tee servieren.

Bon appétit!

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Quiche de pêche et nectarine oder was mir alles unter Stress hoch zwanzig nebenher gelingt!

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Nehmen wir einfach mal an, ich würde mitten in den Vorbereitungen für ein Kochbuch stecken, in dieser Woche noch eine öffentliche Großveranstaltung im kleinen Team durchführen, ehrenamtlich in einer Großküche aushelfen und na, ja freiberuflich arbeiten… Man könnte meinen, ich rotiere im Dreieck, bin auf verzweifelter Suche nach meinem dritten und vierten Arm, ziehe mir die Haare aus und bin auf meinen Rollschuhen festgeklebt.

Leute – ich kann so nicht arbeiten. Natürlich nutze ich jede geklaute Minute und begebe mich auf die Suche nach eventuellen kreativen Einfällen. Dazu dient mir der Austausch mit Gleichgesinnten, mit ehemaligen Arbeitskollegen aus der Welt der Werbung, mit Freunden, die mal so ganz andere Themen auf dem Schirm haben und natürlich diesem Ding hier, diesem Internet. So geschehen recht kürzlich. Eine gute Freundin mit sehr nahen französischen, naja, Kontakten kündigt sich spontan an. Ich backe Mels-Blitzschnell-Quiche in abgewandelter Form. Diese hier:

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Fertig -Blätterteig, Eier, Creme fraiche, Tomaten, Zucchini, Ziegenfrisch- und Ziegenkäse, Salz&Pfeffer, Thymian und etwas Honig. 

Jetzt habe ich noch etwas Teig übrig. Was tun? Es kann ja sein, dass sie lieber etwas Süßes mag (trotz neu gestartetem Halbmarathon-Training, Chapeau, liebe Alex, hüstel)

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Ich finde in meinem Oma-Sofie-Küchengerätefundus noch kleine Tortelette-Formen für Mürbeteig-Obst-Naschereien. Diese Böden, die es noch manchmal bei guten Bäckern gibt und die man zB mit Erdbeeren, Stachelbeeren, Himbeeren, ach lassen wir das, das könnte ja bald ein neuer Blog werden.

Auf jeden Fall passen dort noch die restlichen Teigfetzen rein, die ich an der großen Form abgeschnitten habe. Was habe ich noch? Türkischen Joghurt (10 %, ja ihr Diätfanatiker, 10 % Fett-haltigen), einen Hauch Zitronensaft, 1 Ei, Vanillezucker, Grand Marnier und Minze. Schnell verrührt und abgeschmeckt und fingerkuppentief in die Form geben. Nun mit Pfirsich und Nektarinenspalten belegen, in den Ofen bei 200 Grad und ca. 10 bis 15 Minuten backen (reicht bei Miniformen wie diesen).

Servieren mit etwas Vanilleeis und Grand Marnier. Was soll ich sagen? In Schwelgemomenten wie diesen, liebe ich Stress. Und die ganzen anderen Gerichte, die eher semi-lecker sind, weil sie unter Stressbedingungen fabriziert worden sind, verfasse ich noch mal in einem extra Making Of. Das hier bleibt erst mal für lange Zeit die Ausnahme. Bestimmt!

So liebe Alex, sieh zu!!!

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Chutney de prunes (Pflaumen-Chutney) oder die lieben Nachbarn wieder!l

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So, da standen sie wieder, die Eimer. Vor der Haustür. Prachtvoll gefüllt mit purpurfarbenen Köstlichkeiten. Dann waren sie wieder da – die Probleme. Meine. Mit der Verwertung. Viele von Euch werden jetzt denken – gar kein Problem. Es gibt Pflaumenkuchen! Ja, dachte ich auch. Aber wer soll das alles essen????

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Zum Glück habe ich letztens in einer französischen Zeitschrift geblättert und mich an eine Zutat für eine Wildsauce erinnert – ein Pflaumenchutney, frz. Chutney de prunes.

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Bei der Zusammenstellung der Zutaten schossen mir gleich die Tränen in die Augen. Wie so häufig eigentlich (bin sehr nah am Wasser gebaut – emotional halt). Soviel Zwiebeln schnippeln. Habt Ihr Tipps, wie man das Tränenvergießen beim Zwiebelschälen einstellen kann? (Dunstabzughaube lief und Wasserhahn auch. Die Taucherbrille hatte ich vergessen, aufzusetzen.)

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Pflaumenchutney
600 g Pflaume(n), entkernt
60 g Ingwer
400 g Zwiebel(n)
Öl
230 g Zucker, braun
Salz
Cayennepfeffer
200 ml Balsamicoessig (Creme geht auch, dann nur den Zucker reduzieren und Saft hinzufügen)

Ein Schuss Cognac und etwas Zimt nach Belieben…

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Zwiebeln grob und Ingwer fein würfeln. In einem Topf mit Öl anschmoren, bis die Zwiebeln glasig sind. Pflaumen dazu und rühren. Den Zucker unter Rühren dazugeben und warten, bis er sich aufgelöst hat. Mit Salz und Pfeffer würzen und dem Balsamico ablöschen. Nun einreduzieren lassen, bis sich die richtige Konsistenz entwickelt hat. Zum Schluss habe ich noch einen Schuss Cognac dazugegeben und nochmals reduziert. Bitte abschmecken.

In sterilisierte Gläser geben. Ihr könnt ganz normale Senf- oder Marmeladengläser nehmen. Die halten am längsten frisch und konservieren gut.

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Chutney ist eine tolle Grundlage für Wildsaucen oder wie hier heut bei mir – zu einem Stück Allgäuer Bergkäse oder Pecorino.

Guten Appetit!

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Lavendelsirup oder Le gout de la lavande

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Seid Ihr schon einmal im Hochsommer durch die Provence gefahren? Habt einfach mal das Fenster herunter gefahren und tief eingeatment? Noch nicht?

Dann solltet Ihr schleunigst das Ganze nachholen oder einfach mal mit den Fingern durch die Lavendelblüten fahren und dann schnuppern.

Heute telefonierte ich mit meiner Freundin. Ihr unnachahmlicher französischer Akzent hat mich in tiefste Sehnsuchtsgefühle gestürzt. Ich habe plötzlich alles lavendellila gesehen und mußte etwas tun. Lavendelsirup_melsbonheur

Vor meiner Haustür steht er jetzt in voller Blüte. Tieflila und aromatisch. Natürlich kann man sich Zweige abschneiden und in eine kleine Vase stellen, aber ersetzen kann man den Duft nicht. Ich habe ihn heute einfach eingefangen. Ich kam mir ein bißchen vor, wie im Roman „Das Parfum“. Düfte konservieren geht eigentlich ganz einfach.

Lavendelsirup kann man oft einsetzen. Für einen Aperitif zum Beispiel. Etwas Sirup ins Glas und möglichst trockenen Cremant oder Secco darübergießen. Köstlich.

Vanilleeis oder trockenen Kuchen damit überträufeln – ein Gedicht. Zitronensorbet abrunden – hmmm.

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Was Ihr braucht, ist nicht viel:

400 g Zucker
300 ml Wasser
6 EL Zitronensaft
4 EL Lavendel, getrocknet

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Zucker, Wasser und den Zitronensaft aufkochen lassen. Ca. 5 Minuten köcheln lassen, stetig rühren. Von der Flamme nehmen und die Blüten dazu geben. Die Mischung einen Tag stehen lassen, abseihen und abfüllen. Gekühlt aufbewahren.

À votre santé!

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Clafoutis oder die Sache mit den 4 Kilos!

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Also zu Beginn dieser Jahreszeit spricht eigentlich alles für die Abnahme der 4 Kilos. Ich verteile sie einfach, an ganz viele Esser.

Dazu kaufe mir einfach welche, siehe blog von gestern. Jetzt bekommt meine Miniausgabe Besuch und Pfannkuchen stehen doch so hoch im Kurs.

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Um dieser aber nicht so suppig durch die Erdbeeren werden zu lassen, habe ich mich einfach für die schnelle französische Backofenform entschieden. Normalerweise wird das ganz mit Kirschen gebacken, aber was solls, wer nicht wagt…

Melsbonheur_Clafoutis3Man benötigt für Clafoutis:

4 Eier, ca. 100 gr. Mehl, 90 gr. Zucker und 200 ml Milch und eben 100 gr Erdbeeren.

Dazu eine Quicheform oder eine mittlere Gratinform ausfetten und mehlen. Das Obst waschen, putzen und gleichmäßig in der Form verteilen. Dann den Teig aus den übrigen Zutaten verquirlen (wird sehr flüssig). Kirschen könnte man auch mit dem Teig in der Schüssel vermengen.

Über die Früchte geben und bei 200 Grad für circa 30 Minuten in den Ofen (Backzeit variiert, je nach Höhe der Form).

Bon appétit!

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Grüner Spargel oder Ziegenkäse mag dann auch jeder!

IMGP0676 Jawoll ja, meine Lieblingssaison hat angefangen – die Spargelzeit. So manch einem kommt dieses Königsgemüse buchstäblich ganz schnell zu den Ohren raus. Mir nicht. In dieser Zeit kann ich Spargel jeden Tag essen- in allen Varianten. Heute stelle ich ein Experiment vor. Nicht unstolz darf ich sagen, es ist geglückt und wird bald zur Routine. Der erste Spargel, der im Handel erhältlich ist, ist zumeist grün und kommt aus Griechenland. Ich gestehe, auch ich stehe vor dem frühen Spargel wie vor den Erdbeeren. Es ruft „kauf mich, schnell“, aber mein Hirn ist dann größer als die Versuchung, hochgezüchtetes, geschmackloses und nur farbiges Obst und Gemüse außerhalb der Saison zu kaufen. Mein Gewissen findet immer die Pestizide und anderes ungesundes Zeugs auf der noch so schönen Hülle. Nun gut, jetzt darf man. Den Weißen übrigens auch, obwohl der noch superempfindlich teuer ist. Also zurück zum Experiment: Ich liebe Quiche und Tartes und gefülltes Brot. So habe ich einfach ein Brotbackmischung als Quiche belegt. Köstlich. Dazu habe ich die Sorte ZwibbeldeNut von DankeBitte verwendet. Ich fand, der nussige Inhalt und der herzhafte Geschmack der Zwiebeln passe hervorragend zu dem zarten Grün. Für mein Experiment „Spargelquiche mit Ziegenfrischkäse und Korianderpesto“ brauchte ich wie folgt: ca. 350 gr. Brotbackmischung „Zwibbeldenut“ oder backstarkes Mehl, 400 gr., 1/2 Würfel Mehl, 400 ml lauwarmes Wasser, Quiche/Tarte-Form 250 gr. frischen grünen Spargel, Essig (Aceton balsamico bianco), Öl 3 Eier, 2 Becher Schmand, frischen Ziegenfrischkäse (ca. 200 gr) etwas Milch Salz, Pfeffer, Muskatnuss, Zucker Pesto nach Wahl IMGP0686 Zuerst das untere Drittel des Spargels abschneiden (meist trocken und hart). Je nachdem, welche Form ihr füllen wollt, den Spargelspiegel eventuell einlegen und danach kürzen. Kurz abwaschen und in Olivenöl, Salz und Pfeffer anbraten. Etwas braunen Zucker darüber geben, wenn dieser karamellisiert, mit Aceto balsamico bianco ablöschen und einköcheln lassen. etwas auskühlen lassen. In dieser Zeit die Backmischung mit Hefe und Wasser anrühren, kneten und ruhen lassen. Nun die Schmandfüllung vorbereiten. Schmand mit Ziegenfrischkäse, Eiern, etwas Milch, Salz, Pfeffer und Muskatnuss nach Geschmack verrühren. IMGP0713 Die Form dünn mit dem Teig auskleiden auch die Ränder (zuvor ölen und mit Mehl bestäuben). Spargel einlegen und Frischkäsemasse darüber geben. Bei 170 Grad im nicht vorgeheizten Backofen (Ober-und Unterhitze) ca. 45 Minuten garen, bis die Creme leicht anbräunt und der Rand knusprig wirkt. IMGP0715 Dieses Gericht kann man prima vorbereiten, zB. für Parties oder ein Picknick im Garten. Vor dem Genuss Pesto darüber geben. Meines hier war selbstgemacht aus Koriander. Es eignet sich aber auch normales Basilikumpesto, oder Petersilie- oder Bärlauchpesto oder oder. Lasst es Euch schmecken.

Neue Brotbackmischungen oder Baguette kann ja (fast) jeder

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Ich habe Post bekommen. Das Team von http://www.danke-bitte.de hat mich gebeten, die Backmischung für Baguette provençal auszuprobieren. Lieben, lieben Dank, dass hier hierbei an mich gedacht habt – ich bin ja noch nicht soooo lange dabei.

Nach Geruchs- und Konsistenztest der Mischung bin ich auf Rezeptsuche gegangen. Daraus wurde meine erste herzhafte tarte tatin aux légumes.

Für alle Nichtfranzosen: Ein tarte tatin wird umgekehrt gebacken aber richtig rum serviert!

Man benötigt…

Für den Teig:
200 gr. der Backmischung, ca. 100 gr. kalte Butter, 3,5 EL kaltes Wasser, 1 Prise Meersalz

Für den Belag:

700 gr. Gemüse der Saison (Ich habe Paprika und Möhren genommen)

Olivenöl, Salz, Pfeffer, 2 Knoblauchzehen

3 EL Aceto Balsamico
2 El braunen Zucker
frische Kräuter (Rosmarin, Thymian, Oregano)

1 Quicheform
etwas Mehl zum Verarbeiten
Ziegenfrischkäse oder Creme fraîche

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Den Teig schnell vermengen, sonst wird er durch die dann handwarme Butter zu klebrig.

Zuerst und sehr schnell alle Zutaten für den Mürbeteig vermengen, dazu die Butter in kleine Stücke schneiden. Meine Oma hat Mürbeteig sowieso immer mehr mit einem Messer „gehackt“ und nur zum Schluss mit den Händen vermengt. Den fertigen Teig zu einer Kugel formen und dann in einer Aluschale in den Kühlschrank stellen.

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Beim Gemüseschneiden auf die unterschiedlichen Garzeiten der jeweiligen Sorte achten. Sonst ist von „zu weich“ und „steinhart“ alles auf der tarte.

Nun das Gemüse waschen, putzen und in gleich große Garstücke schneiden. Paprika braucht weniger Bratzeit, als zB. Zucchini, Möhren oder Brokkoli. Hier besser hauchdünne oder sehr kleine Stücke schneiden. In einer Pfanne mit etwas Olivenöl zuerst die letztgenannten Gemüsesorten anbraten, dann die Paprika. Salzen und pfeffern. Mit etwas Balsamico ablöschen und den Knoblauch sowie die kleingehackten Kräuter dazugeben. Den Zucker darüber geben und vermengen.

Nun möglichst nett das Gemüse in der Tortenform verteilen.

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Den Teig auf die passende Größe auszurollen ist etwas schwierig, da die getrockneten Tomatenstücke meisten größer sind. Aber mit etwas Mehl und Geduld gehts dann :D.

Es wird Zeit für den Teig: Diesen auf einer bemehlten Fläche gleichmäßig rund und passend für die Form ausrollen. Auf das Gemüse in die Form geben und den Rand nach unten „Schieben“.

Ein paar Mal mit einer Gabel einstechen und für ca. 35 Minuten und 200 Grad auf mittlerer Schiene backen lassen. Der Teig sollte einen Hauch Farbe annehmen.

Nun vorsichtig auf einer Tortenplatte stürzen, Achtung, es kann Saft herauslaufen, nicht verbrennen.

Dann lauwarm mit Ziegenfrischkäse oder Creme fraîche servieren.

Bon appetit!  

Mein nächstes Abenteuer wird es sein, aus der restlichen Mischung ein kleines Baguette zu bereiten und damit den restlichen Ziegenfrischkäse zu genießen. Aber wie gesagt, dass vielleicht zum nächsten Mal.

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Wer noch Kräuter übrig hat, kann die gerne mit servieren .

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Und jetzt lasst es Euch schmecken. Mein Serviervorschlag ist ein rustikales Brett mit typisch karierten Servietten.