Lasagne oder Soulfood geht auch ohne!

Zu einem speziellen Familiengericht zählt die Lasagne. An grauen und trüben Tagen, so wie heute einer war, passt kein besseres Gericht in den Tagesablauf: Lange schlafen, spät frühstücken, nur Kaffee zum Mittagessen und dann anfangen, zu kochen.

Mis en place!

Aus dem kleinen Alltag in Italien weiß ich, dass spätestens um 11 Uhr morgens der Tomatensugo für das Mittagessen auf dem Herd stehen sollte. Ein guter sämiger Sugo muss sehr lange auf kleiner Flamme reduzieren, erst dann entwickeln alle Aromen eine Harmonie. Die Säure der Tomaten, Chili, die Kräuter, Salz, der Rotwein und etwas Zucker, um die Säure abzumildern.

Mea culpa- Dosentomaten!

Für eine durchschnittliche Lasagnenform benötigt man circa 500 gr. Hackfleisch. Oder auch nicht. Seit ungefähr 2 Jahren kann ich gut und gerne auf Fleisch verzichten, wenn der Eigengeschmack des Fleisches in der Summe eh untergeht. Ich bekenne mich, ich probiere veganes Hack aus. Zugegeben, an den Geschmack kommen alle Produkte nicht heran, aber die Konsistenz ist nicht zu unterscheiden. Heute im Gebrauch, Unilever, Hick-Hack- Hurra, ungewürzt. Die Fleischalternative lässt sich nach gleichem Rezept zubereiten.

Für die Sauce: 2 Zwiebeln, 3 Knoblauchzehen, 500 gr veganes Hack, Tomatenmark, 100 ml Rotwein, Chili, Salz, Pfeffer, Olivenöl, Zartbitterschokolade, Oregano, Rosmarin fein gehackt, 2 Möhren, Rosmarin, 2 große Dosen geschälte Tomaten, ein Hauch Zucker, je nach Säure

Zwiebeln fein hacken, ebenso Möhren, Knobi schälen und Knolle mit dem Messer plattdrücken. Alles in Olivenöl anrösten, am besten in der Eisenpfanne, um den fehlenden Eisenmangel im fleischlosen Gericht wieder etwas wettzumachen.

Danach Tomatenmark und Kräuter dazu, gut rösten, bis es homogen Farbe nimmt. Die Röstung finde ich besonders wichtig, damit die Kräuter im sonst faden Hickhack eingeschlossen sind und man auf eine krosse Masse beißen kann. Würzen und dann mit dem Rotwein ablöschen. nun die Dosentomaten (geschält und ganz) dazu. Ohne schlechtes Gewissen. Gute frische Tomaten bekommt man tatsächlich mittlerweile nur noch im Gastronomiegroßhandel und das idealerweise im Spätsommer. Es ist Januar und in Dosentomaten wurde das Aroma des Sommers eingeschlossen. Die Temperatur etwas hochdrehen und reduzieren lassen. Würzen. Nun ein Stück Bitterschokolade für die Sämigkeit dazu, alter Maya-Trick für Bolognese und Chili, und Rühren. Dabei hörte ich ein Mini-Podcast für italienische Schimpfwörter 😅 und alternative Anwendungen. Passte.

Den Ofen vorheizen, ich fange bei 180 Grad Ober- und Unterhitze an.

Béchamel: Butter, Mehl, Milch, Salz, Pfeffer, Muskatnuss

Nun etwas Béchamel-Sauce ansetzen. Hier möchte ich mich mengenmäßig nicht festlegen. Weizenmehl und ich mögen uns nicht, daher sind die Nudelplatten schon Ausnahme für mich. Butter und Mehl anrösten, bis die Masse Farbe nimmt, mit Milch löschen und würzen. Salz, Pfeffer, wer mag, noch Muskatnuss dazu.

300 gr. geriebenen oder gehackten Käse, würzig

Lasagneplatten

Auf den Boden der Auflaufform Béchamel- und einen Suppenlöffel Sugo vermengen. Etwas Parmesan oder Cheddar darüber, die ersten Nudelplatten zart andrücken. Hier ist Gefühl angesagt, alles muss bedeckt sein, die Sauce schön homogen flüssig. So arbeiten man sich lagenweise nach oben, bis zur letzten Nudelschicht. Wichtig: auch die Ecken sollten gut getränkt sein, damit sie zum Schluss nicht austrocknen.

Circa 25 Minuten sollte alles schön im Ofen brutzeln, die letzten Minuten drehe ich auf 220 Grad für die Bräunung des Käses nach.

Käse: Auch hier ist vieles möglich. Ich persönlich mag weniger Tütenkäse, aber Parmesan allein ist zu trocken. Cheddar, Bergkäse, ein alter Gouda oder eine Kühlschrankaufräummischung tuns auch.

Und alles nach dem Motto: che chazzo, con amore e tempo. Mit viel Zeit und Liebe, immer wieder abschmecken, laut zur Musik singen, fluchen und heiß essen. Lasagne ist ein Pandemiegericht. Definitiv!

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