Lavendelsirup oder Le gout de la lavande

LAVENDEL_BONHEUR

Seid Ihr schon einmal im Hochsommer durch die Provence gefahren? Habt einfach mal das Fenster herunter gefahren und tief eingeatment? Noch nicht?

Dann solltet Ihr schleunigst das Ganze nachholen oder einfach mal mit den Fingern durch die Lavendelblüten fahren und dann schnuppern.

Heute telefonierte ich mit meiner Freundin. Ihr unnachahmlicher französischer Akzent hat mich in tiefste Sehnsuchtsgefühle gestürzt. Ich habe plötzlich alles lavendellila gesehen und mußte etwas tun. Lavendelsirup_melsbonheur

Vor meiner Haustür steht er jetzt in voller Blüte. Tieflila und aromatisch. Natürlich kann man sich Zweige abschneiden und in eine kleine Vase stellen, aber ersetzen kann man den Duft nicht. Ich habe ihn heute einfach eingefangen. Ich kam mir ein bißchen vor, wie im Roman „Das Parfum“. Düfte konservieren geht eigentlich ganz einfach.

Lavendelsirup kann man oft einsetzen. Für einen Aperitif zum Beispiel. Etwas Sirup ins Glas und möglichst trockenen Cremant oder Secco darübergießen. Köstlich.

Vanilleeis oder trockenen Kuchen damit überträufeln – ein Gedicht. Zitronensorbet abrunden – hmmm.

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Was Ihr braucht, ist nicht viel:

400 g Zucker
300 ml Wasser
6 EL Zitronensaft
4 EL Lavendel, getrocknet

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Zucker, Wasser und den Zitronensaft aufkochen lassen. Ca. 5 Minuten köcheln lassen, stetig rühren. Von der Flamme nehmen und die Blüten dazu geben. Die Mischung einen Tag stehen lassen, abseihen und abfüllen. Gekühlt aufbewahren.

À votre santé!

Sirup_melsbonheur

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Neue Brotbackmischungen oder Baguette kann ja (fast) jeder

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Ich habe Post bekommen. Das Team von http://www.danke-bitte.de hat mich gebeten, die Backmischung für Baguette provençal auszuprobieren. Lieben, lieben Dank, dass hier hierbei an mich gedacht habt – ich bin ja noch nicht soooo lange dabei.

Nach Geruchs- und Konsistenztest der Mischung bin ich auf Rezeptsuche gegangen. Daraus wurde meine erste herzhafte tarte tatin aux légumes.

Für alle Nichtfranzosen: Ein tarte tatin wird umgekehrt gebacken aber richtig rum serviert!

Man benötigt…

Für den Teig:
200 gr. der Backmischung, ca. 100 gr. kalte Butter, 3,5 EL kaltes Wasser, 1 Prise Meersalz

Für den Belag:

700 gr. Gemüse der Saison (Ich habe Paprika und Möhren genommen)

Olivenöl, Salz, Pfeffer, 2 Knoblauchzehen

3 EL Aceto Balsamico
2 El braunen Zucker
frische Kräuter (Rosmarin, Thymian, Oregano)

1 Quicheform
etwas Mehl zum Verarbeiten
Ziegenfrischkäse oder Creme fraîche

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Den Teig schnell vermengen, sonst wird er durch die dann handwarme Butter zu klebrig.

Zuerst und sehr schnell alle Zutaten für den Mürbeteig vermengen, dazu die Butter in kleine Stücke schneiden. Meine Oma hat Mürbeteig sowieso immer mehr mit einem Messer „gehackt“ und nur zum Schluss mit den Händen vermengt. Den fertigen Teig zu einer Kugel formen und dann in einer Aluschale in den Kühlschrank stellen.

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Beim Gemüseschneiden auf die unterschiedlichen Garzeiten der jeweiligen Sorte achten. Sonst ist von „zu weich“ und „steinhart“ alles auf der tarte.

Nun das Gemüse waschen, putzen und in gleich große Garstücke schneiden. Paprika braucht weniger Bratzeit, als zB. Zucchini, Möhren oder Brokkoli. Hier besser hauchdünne oder sehr kleine Stücke schneiden. In einer Pfanne mit etwas Olivenöl zuerst die letztgenannten Gemüsesorten anbraten, dann die Paprika. Salzen und pfeffern. Mit etwas Balsamico ablöschen und den Knoblauch sowie die kleingehackten Kräuter dazugeben. Den Zucker darüber geben und vermengen.

Nun möglichst nett das Gemüse in der Tortenform verteilen.

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Den Teig auf die passende Größe auszurollen ist etwas schwierig, da die getrockneten Tomatenstücke meisten größer sind. Aber mit etwas Mehl und Geduld gehts dann :D.

Es wird Zeit für den Teig: Diesen auf einer bemehlten Fläche gleichmäßig rund und passend für die Form ausrollen. Auf das Gemüse in die Form geben und den Rand nach unten „Schieben“.

Ein paar Mal mit einer Gabel einstechen und für ca. 35 Minuten und 200 Grad auf mittlerer Schiene backen lassen. Der Teig sollte einen Hauch Farbe annehmen.

Nun vorsichtig auf einer Tortenplatte stürzen, Achtung, es kann Saft herauslaufen, nicht verbrennen.

Dann lauwarm mit Ziegenfrischkäse oder Creme fraîche servieren.

Bon appetit!  

Mein nächstes Abenteuer wird es sein, aus der restlichen Mischung ein kleines Baguette zu bereiten und damit den restlichen Ziegenfrischkäse zu genießen. Aber wie gesagt, dass vielleicht zum nächsten Mal.

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Wer noch Kräuter übrig hat, kann die gerne mit servieren .

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Und jetzt lasst es Euch schmecken. Mein Serviervorschlag ist ein rustikales Brett mit typisch karierten Servietten.

Französisches Frühstück oder Opulent ist anders!

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Wenn ich in Paris oder irgendwo anders in Frankreich bin, frage ich mich immer, wie die Stadt der Mode und das Land der guten Küche zusammen passen. Wie kann es sein, das Konfektionsgröße 32 die Durchschnittsgröße in den ersten Reihe bei den Pret-a-porter-Shows ist. Sitzen die Mädels und Jungs da nicht bei Maman (frz. für Mama) am Tisch und bekommen die 5 Gänge zum Mittagessen serviert? Inclusive der riesigen Käseplatte zum Abschluss mit knusprig-frischem Baguette?

Jetzt mal ehrlich, lauft doch mal durch die deutschen Innenstädte und versichert mir, dass wir kein Problem mit Übergewicht haben?! Wir, das Land der „guten“ Kohlenhydrate und der Vollkornbrote. Wie machen die Französinnen das? Bei all dem Weizenmehl, Fett und vor allem der Menge an guten Sachen?

Ich habe mir meine Meinung zurechtgebastelt. Denn:

Ich habe mit Franzosen zusammen gefrühstückt! Jawoll! Darin liegt für mich des Rätsels Lösung: Vergesst alle Aufschnittplatten, Körnerbrötchen, gebratene Eier mit Speck, Frischkäseaufstrich und Nutella, denn…

…der Franzose frühstückt…fast nix.

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Dafür trinkt er mehr und zwar nicht aus Tassen wie wir, sondern aus der Schüssel, der sogenannten „bol„. Café au lait, einen Kaffee mit viiiiel Milch aus der Schüssel.

Warum aus der Schüssel? Nun, kann kann dort sehr gut tunken (s. Saucenschwämmchen). Der Franzose stippt sein Gebäck gerne in den Kaffee. Auf nüchterner Wachstuchtischdecke, ohne Teller. Alles kommt pur auf den Tisch. Dazu ein Löffel um dann mit genüssliche Ruhe die Überreste des gestippten Croissants vom Boden der noch halb gefüllten Schale zu fischen. Ein schöner Volkssport eigentlich.

Gerne zum Frühstück serviert wird auch die Madeleine. Ein typisches Sandgebäck in Muschelform, einzeln abgepackt auch hierzulande erhältlich, wenn auch kaum genießbar aufgrund von zahlreichen Backtriebmitteln und überflüssigem Zeugs.

Also vergesst alle Vollkornbrote, Diäten und Fitnessclub-Abos, tunkt lieber mehr morgens und schlemmt hemmungslos am Mittag und am Abend. Dann klappt´s auch mit der schlanken Linie. Und trinkt mehr stilles Wasser, wie ich, die eigentlich nur noch stilles Wasser trinken sollte und nicht mehr tunken oder schlemmen sollte. Vielleicht auch keinen köstlichen Käse mehr riechen oder anschauen sollte. Dann klappt´s auch mit meiner Linie. Vielleicht. Schauen wir mal ;)!

In diesem Sinne – bon appétit!

Madeleine