Taboulé oder die schönsten Blumen liegen vor der Tür!

Gerne würde ich manchmal schneller DANKE sagen. Die Lieblingsmenschen wohnen ja fast nebenan. Da ich aber weiß, dass sie auch gerne lesen, was ich schreibe, mache ich das halt jetzt mal hier.

Meine Eltern wohnen fast nebenan. Und manchmal, wenn man nicht damit rechnet, man sich lange nicht gesehen hat oder wenn der andere sagen will „hey, hab an dich gedacht!“, genau dann liegt ein kleiner Gruß vor der Haustür. Manchmal finde ich meine Lieblingsblumen vom lokalen Markt, ein paar Eier, geliehenes Geschirr, frisch gefüllt mit Frikadellen, Kekse, Obst und heute war es frisches Grün. Duftendes Grün. – Minze!

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Was macht man mit frischer Minze zuerst? Na klar, erst einmal kräftig die Nase reinstecken und alle ätherischen Öle aufsaugen. Dann bitte kräftig abwaschen. Menschliche Wesen sind nicht die Einzigen, die diese saftigen Blätter gerne mögen. Auch die hundsgemeine Blattlaus fühlt sich wohl.

Die ersten Stängel wandern abgewaschen in ein hohes Glas, dazu etwas gepresste Orange, Orangenscheiben, Ingwer und Honig und dann mit heißem Wasser aufgießen und etwas ziehen lassen. Das Getränk genieße ich gerne bei der folgenden Schnibbelarbeit.

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Hochsommerliche Temperaturen herrschen ja immer noch nicht, aber mit dem frischen Grün musste ich meinen Lieblingssommersalat zubereiten.

 

Taboulé (Salat aus Weizengrieß und Gemüse)

  • 2 große Handvoll gehackte Petersilie
  • 1oo gr Couscous
  • etwas gezupfte Minze
  • etwas gehackter Koriander
  • 2 fein gehackte Tomaten
  • 1 fein gehackte kleine Zwiebel
  • Zitronensaft einer Biozitrone
  • Essig
  • Olivenöl
  • Salz
  • Pfeffer

120 ml Wasser aufkochen lassen und den Couscous in einer Schale mit dem Zitronensaft übergießen. Etwas Salz dazu geben und ziehen lassen. Der Couscous ist soweit, wenn die gesamte Flüssigkeit aufgesogen wurde. Nun die gehackten Zutaten dazu, mit Salz, Pfeffer und Essig abschmecken. Nach Belieben noch etwas Zitrone dazu und kurz vor dem Servieren mit einem Spritzer Olivenöl abrunden.

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Dazu kann man den Pfefferminztee solo reichen, ohne Orange und so weiter. Schmeckt herrlich erfrischend.

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Ich lese gerade, Deutschland erwartet einen neuen Wintereinbruch. Aprilwetter pur. Zeit, sich in die Sonne Marokkos zu träumen. Lasst es euch schmecken.

Guten Appetit!Melsbonheur_taboule5

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Salat ist öde oder Mel beweist das Gegenteil!

Letztens bekam ich ein Kompliment für eine Salatkreation von einer Freundin, die genauso wie ich, gerne schlemmt und durch die allabendliche Zufuhr dieses bekannten Gerichtes versucht, die Kilos nicht wachsen zu lassen.

Erst wußte ich nichts damit anzufangen, denn hey, wer kann schon keinen SALAT kochen? War das jetzt als Kompliment zu werten und steckte etwas Ironie dahinter?

Ich gebe zu, mit fortschreitendem Alter und anwachsender Anzahl der Zubereitung dieses Gerichts muss ich mir manchmal schon echt was einfallen lassen, um nicht zum Kaninchen zu mutieren. Gerne möchte ich an dieser Stelle mein Grundrezept für Salat mit euch teilen.

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Trommelwirbel, Spannung, Überraschung: Ich mixe immer Gemüse, Blattsalat und….Obst. Irgendwann war ich es leid, nur zwischen einer roten und einer grünen Paprika wählen zu müssen und hatte nur noch einen Apfel statt Tomaten im Vorratsschrank. Et voilà, eine neue Salat-Epoche brach an. Plötzlich bietet das angehende Salatbuffet soviel mehr Auswahl: Mandarine-Rucola, Banane-Radicchio, Apfel-LolloRosso-Erdnuss-Petersilie, bald kommen Nektarine, Pflaume, Pfirsich, anschließend die Traube.

Unterstützt wird das Ganze durch die Klassiker, grünen Salat aus dem Garten, Pflücksalate aus dem Beutel dürfen es auch mal sein, irgendwer mag auch diese essbaren Blüten gerne. Toll ist auch frischer Babyspinat mit roter Beete und Goji-Beeren.

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Diese Kombination hat auch den großen Vorteil, das durch die Fruchtsüsse des Obstes das Salatdressing nicht noch zusätzlich gesüßt werden muss. Wer trotzdem noch den süßen Kick benötigt, kann ein Salatdressing aus Essig/Öl, Salz/Pfeffer mit Fruchtsaft verdünnen. Schmeckt herrlich frisch und bringt Abwechslung. Sind die Äpfel als einziges Obst zu sauer, darf an auch mal gern mit Sirup süßen.

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Dann noch ein kleiner Crunchy-Tipp von mir. Ergänzt den Salat mit einer kleinen Zugabe. Zerkleinert Nüsse, röstet Pinienkerne, wer auf Trennkost pfeift kann Öl in einer Pfanne erhitzen, Brotwürfel rösten und diese mit Zimt überstreuen. Es macht immer Spass,  im wahrsten Sinne „einen knackigen Salat“ zu essen.

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Nicht zu vergessen sind die zahlreichen Eiweiß-Variationsmöglichkeiten mit gebratenem Hähnchen oder Lachs, Schinken, Fetakäse, Gorgonzola, geräucherter Forelle und, und und.

Heute schwöre ich zum Beispiel auf Rhabarber, grünem Spargel, Erdnuss, Rucola und Orange. Dazu ein Dressing aus Öl, Zitronensaft, Salz/Pfeffer und, hüstel, Johannisbeersirup, denn der Rhabarber ist nicht „ohne“.

Guten Appetit!

Geschenke gehen immer oder Huhn im Paket

Ich bin kein Freund von Küchenmaschinen und Co. Das Einzige, was mit viel Geld in eine neue Küche käme, wäre ein Dampfgarer. Da momentan beides nicht in Aussicht ist, trickse ich gerne mal wieder.

Mit den frühlingshaften Temperaturen schwinden auch wieder die herzhaften Gerichte und die leichten, südländischen Fisch- und Fleisch- und Gemüsegerichte gewinnen wieder auf meinem Herd.

Was einfach genial ist sind kleine Päckchen aus Packpapier zu packen. Diese speziellen Päckchen kann man befüllen mit allerlei Dingen, die so im Kühlschrank sind. Wunderbar kann man sie vorbereiten, für Grillabende oder Einladungen

Melsbonheur_Haehnchen2Grillbar ist zum Beispiel die Variation Birne/Gorgonzola oder vielleicht Feta/Tomate/Honig/Thymian oder mal Zucchini/Tomate/Schinken? Lecker sind auch mal süße Füllungen mit Apfel/Marzipan/Zimt oder Waldfrucht/Vanille/Kekskrümmel. Ihr seht, jeder, wie er mag.

Heute habe ich noch ein Bio-Hähnchenbrustfilet zur Verfügung und etwas Gemüse.

Dazu habe ich das Kräuterbeet am Wochenende aufgeräumt und abgebrochene Rosmarinzweige in Reserve. Minime ist Hühnchen auch gerne, auch in der kalten Version.

Jetzt bin ich ja der NICHT-GERNE-FLEISCHSCHNEIDER und bin froh, wenn ich ausser waschen, würzen und in die Pfanne legen, nichts großartiges mehr mit dem Stück Fleisch machen muss. So auch heute. Heute gibts ein großes Päckchen, dass vielleicht sogar noch für morgen reichen wird:

Melsbonheur_haehnchen4Huhn als Geschenk

100 g Champignons
100 g Kirschtomaten, Minipaprika, Zucchini o.ä.
1 großes Hähnchenfilet
Salz
4 El Olivenöl
Pfeffer
4 Zweige Rosmarin
4 Stiele Thymian
1/2 Tl edelsüßes Paprikapulver
1 Knoblauchzehe, 1 halbe Zwiebel

1. Champignons putzen und in Scheiben schneiden. Kirschtomaten und Paprika halbieren. Hähnchenfilets salzen, in 2 El heißem Öl von jeder Seite 1 Min. bei starker Hitze anbraten, mit Pfeffer würzen und herausnehmen. Champignons, Zwiebel und flachgekloppte Knoblauchzehe mit Gemüse 
ins Bratfett geben und kurz anbraten, mit Salz und Pfeffer würzen.

2. Ofen auf 190 Grad (Umluft 170 Grad) vorheizen. 2 Stücke Backpapier überlappend in eine Auflaufform geben. Champignons und Tomaten auf die Mitte der Stücke geben. Das Hähnchenfilet daraufsetzen. Je 1 Zweig Rosmarin und 1 Stiel Thymian darauflegen. Mit je 1⁄2 El Olivenöl beträufeln. Papier über der Füllung zusammenfalten. Die Enden mit Küchengarn fest zubinden. Päckchen auf ein Blech setzen. Im heißen Ofen auf der mittleren Schiene 20 Min. backen.

Guten Appetit!

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Linsen-Pasta oder das Fernweh ist wieder da!

Da sind sie wieder, Hülsenfrüchte&Co. Das heißt, meine Italien-Sehnsucht mischt sich mal wieder mit Heimweh-Gefühlen für Paris. Leider ist im Moment kein ferneres Land in Sicht und ich muss meine Sehnsucht mit kulinarischen Ersatzdrogen zumindest zeitweise reduzieren.

In der Toskana habe ich noch nie schlecht gegessen, egal wo und wann ich dort in einem Lokal oder einer Bar bestellt habe. Und die Spannbreite der Essensausgabestellen ist lang.

Melsbonheur_Pasta3Angefangen mit einfachen Pizzerien am Tennisplatz. Dem einzigen Restaurant am Ort, das an einem Montag-Abend geöffnet hatte. Man muss wissen, die Italiener haben eigene Öffnungszeiten und Essenszeiten. Zumindest in der Toskana gibt es die südländische Tradition nicht, von 12 bis 16 in einem Restaurant zu sitzen oder abends die Nacht zum Tag zu machen. Mittag gibt es von 13 bis 14 Uhr, Abendessen von 20 bis 21.3o. Punkt.

Basta. Pasta. Danach sind die Bürgersteige leergefegt, genauso wie die Küchen.

Dann kommen wieder die Bars ins Spiel, hier bekommt man immer einen Happen. Ein Stück Pizza, ein Teilchen oder kleine Antipasti mit einem leckeren Kaltgetränk dazu.

Zurück zu meiner heutigen Pasta. Leute, vergesst es, Sahne an die Pasta-Sauce zu geben. NON SI FA! Kauft euch eine anständige Flasche sämiges Olivenöl, ein Stück Parmesankäse (und keinen Gran PADANO, den die meisten Supermarktfachkäseverkäuferinnen uns gerne als Parmesan verkaufen wollen) und eine Pfeffermühle mit frischen Pfefferkörnern. Habt Meersalz im Haus und ein paar Kräuter.

Das sind im Prinzip die Geheimzutaten einer guten Pasta-Sauce. Dann alle anderen Zutaten, die ihr so haben wollt. Hier kommen die für mein Linsengericht.

Pasta mit Linsen

30 gr Linsen, 250 gr. Nudeln, 1 halbe Zwiebel, Olivenöl, 100 ml Gemüsebrühe, ein paar Streifen Parma-Schinken, Pfeffer, Salz und Parmigiano

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Linsen in einem Sieb kurz abwaschen, etwas Olivenöl in einem mittleren Topf ansetzen, Zwiebeln und Schinken kleinschneiden und schmoren lassen, Linsen hinzu und kurz anrösten lassen. Mit der Gemüsebrühe ablöschen, aufkochen lassen und 10 Minuten auf dem Herd ziehen lassen. Danach im Topf ruhen lassen, bis die Linsen bissfest gar sind.

Die Pasta in kochendem Salzwasser nach Packungsanweisung kochen lassen. Abschütten, dabei eine Kelle Nudelwasser einbehalten und wieder in den Nudeltopf geben. Das Linsengemisch zugeben, Nudelwasser dazu und nochmals kurz auf den Herd geben, die Restwärme der Platte reicht aus. Nun etwas geriebenen Käse dazu geben und dampfend servieren.

Dazu empfehle ich einen klassischen italienischen Rotwein. Und zwar aus dem Landweinglas im Bild, mit den Schrammen im Glas, die Geschichten erzählen. Geschichten, die bei jedem Glas Wein erzählt worden sind. Und Italiener können viel erzählen…, sehr sehr viel erzählen. Buon appetito

 

 

Mels Marmorkuchen oder jugendfrei ist anders!

Meine Tochter liebt Marmorkuchen über alles! Und wer sie kennt, weiß, dass Essen nicht gerade auf ihrer Interessenskala ganz oben liegt, es sei denn, Schokolade spielt eine Rolle. Nun liebt sie nicht Marmorkuchen generell, nein, er muss von einer ganz bestimmten Person gebacken werden. Keine anderer Bäcker bekommt den Marmorkuchen so saftig und ausgewogen hin, wie sie. Unsere Nachbarin.

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Oft habe ich sie nach ihren Kniffen gefragt, nach der geheimen Zutat, die diesen Kuchen zu diesem besonderen machen. Keine Chance, ich kann die Zutaten abwiegen, die Eier und die Butter vorher auf Zimmertemperatur bringen, das Mehl sieben, die Schokolade von Hand schaben, dem Teig vorsingen (oder besser auch nicht), schimpfen, gute Laune beim Zubereiten haben, schlechte Stimmung haben, in Eile oder die Ruhe selbst sein. Er mag mir nicht so gelingen, wie Hannes Kuchen.

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Also ist Hannes Marmorkuchen für C. genau das, was Tante Giselas Apfelpfannkuchen für mich waren (und sind). Der Geschmack nach einem besonderen und außergewöhnlichen Moment der Kindheit, an den wir uns immer erinnern.

Jetzt ist C. mal außer Haus und ein kleiner Besuch steht an. Besuch von meiner Großcousine und dem weltbesten Grafiker, die sich ab und an mal aus dem Hessenland auf den Weg in die alte Heimat machen. Der weltbeste Grafiker hat noch etwas „gut“ bei mir. Eine typische Hau-Ruck-Idee von mir, die er wieder mal mit katastrophalen Vorgaben von mir, in wirklich sehenswerter  Weise umgesetzt hat. Das Ergebnis darf jeder sehen, der auch die berufliche Seite von Mel kennen lernen möchte. Anfragen gerne jetzt! Danke dafür, Sepp.

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Jetzt war ich nicht gut vorbereitet und hatte keine Zutaten für einen American-Sweet-Schmandkuchen-nach-seiner-Mutter-Kuchen da und habe einfach Hannes Marmorkuchen nach Melsbonheur-Facon gebacken. Natürlich ist er wieder nicht Hanne-like geworden aber dafür halt anders. Für Kinder eher ungeeignet, den richtig saftig wird der Kuchen erst, wenn man ihn nach dem Backen in der Form mit 2 Teelöffeln Grand Marnier zusätzlich beträufelt.

 Mels Marmorkuchen mit Grand Marnier

160 g Butter
180 g Zucker
1 TL, gestr. Vanille (Bourbon Vanille), gemahlen
4 Eier
4 EL Grand Marnier
220 g Mehl
40 g Speisestärke
1 TL Backpulver
Puderzucker
Backkakao
Fett für die Form

Zubereitung:
Die Eier, Butter, Zucker und Vanille schaumig schlagen. Den Grand Marnier zufügen. Mehl, Stärke und Backpulver mischen, durchsieben. Alles in die Rührschüssel geben und vorsichtig unterheben.

2/3 des Teigs in eine gut eingefettete Guglform geben. Dem restlichen Teig circa 2 Suppenlöffel Backkakao zufügen und mischen. Über den hellen Teig in der Form geben und mit einer Gabel zarte Kreise ziehen. Bei circa 175 Grad circa 40 Minuten backen. Nach dem Backen die Form etwa 10 Minuten erkalten lassen, dann vorsichtig stürzen.

Wenn die Kuchen etwas ausgekühlt hat, vor dem Servieren mit Puderzucker bestreuen oder wer mag, mit Zarbitterschokolade dünn überziehen.

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Guten Appetit und ich hoffe, Sepp hat das hier noch nicht gelesen…

Frohe und vor allem friedliche Ostern.

 

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Wider der Schreibblockade oder ein Linsengericht!

 

Melsbonheur_linsen3Brainfood ist total „in“, sagen sie. „Healthy“ muss es sein. „Superfood“ ist angesagt und „clear eating“ ist ein Muss. Nach Tagen des Dauerregens und ohne Sonnenlicht brauche ich ein paar Vitamine. Da bin ich auch total konservativ und „old school“ und schneide Rohkost in Streifen.

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Hülsenfrüchte habe ich erst sehr spät für mich entdeckt, damit meine ich wirklich Bohnen, Linsen und Erbsen. Heutzutage versuche ich, immer mal auf Fleisch zu verzichten und da kommen mir die eiweißhaltigen Minipowerpakete genau recht.

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Zurück zu meinen Gemüsestäbchen, die allerdings ein paar Fette benötigen, damit zum Beispiel die Möhrchen meine Augen noch leistungsfähiger machen können (falls Hopfen und Malz noch nicht auf der Lebenslinie verschwunden sind).

Angelehnt an die marokkanische Küche hier das Rezept für den

Linsen-Minz-Dip (reicht mit Gemüsesschnitzern für circa 2 Personen):

50 gr rote Linsen, halbe Zwiebel, 1 halbe Zehe Knoblauch, Olivenöl, 150 ml Gemüsebrühe

Kreuzkümmel, Pfeffer, Salz, Pfefferminze, Petersilie

50 gr. weicher Schafskäse, 10%-Joghurt oder etwas Crème fraiche, Abrieb und Saft einer Limette

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Zwiebel und Knoblauch hacken und in einen Topf mit etwas erhitztem Olivenöl geben. Glasig schmoren lassen. Die roten Linsen dazu geben und leicht anrösten lassen. Einen halben Teelöffel Kreuzkümmel dazu und mit der Gemüsebrühe ablöschen. Mit geschlossenem Deckel bei mittlerer Temperatur 10 Minuten köcheln lassen.

Den Schafskäse dazu geben und alles pürieren, Creme Fraiche dazu, falls die Konsistenz zu fest ist. 5 Minzblätter und 5 Stängel Petersilie dazu geben, ebenso Limonenabrieb und den Saft. Mit Salz, Pfeffer und Kreuzkümmel abschmecken.

Dazu Möhren, Kohlrabi, Paprika, Fenchel und was auch immer in der Gemüseschublade schlummert in Streifen schneiden und servieren.

Ich hoffe es schmeckt und welch ein Wunder, ich kann jetzt auch wieder schreiben!

Guten Appetit!

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Antipastisalat oder die Gunst der Stunde!

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Ich gebe zu, dieser Beitrag war nicht geplant. Der ganze Tag war so eigentlich nicht geplant. Heute vormittag hatte ich drei Termine mit meinem Rechner, die ganz unbedingt erledigt hätten werden müssen. Wäre da nicht die Gegensprechanlage gewesen, die unbedingt von den ungebetenen Gästen im letzten Jahr auseinandergenommen werden musste. Seither wurden wir ab und an von fröhlichem Klingeln bei Tag und Nacht geweckt, obwohl niemand vor der Tür stand.

Also mußte der Elektriker meines Vertrauens her. Kein Ding, sollte in einer Stunde angebracht werden, kein Problem. -Jaha.

Dieses sehr alte Haus ist von mehreren Generationen ausgebildeten und selbsternannten Elektrikern behandelt worden. Daher keine Verteilerdose in Sicht, um nur mal eben das Ganze zu verbinden.

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Da steh ich nun anderthalb Stunden später, mit dem Inhalt des Schuh- und Taschenschrankes im Wohnzimmer, einem ausgebauten Einbauschrank im Esszimmer, zwei eifrigen Elektrikern, die sich wirklich Mühe geben und Schneeregenblick nach draußen in der Küche. Die Jungs haben zu tun, hätte ich auch, aber an mein Büro ist gerade hier im Chaos nicht zu denken. Dann halt die Gunst der Stunde nutzen und einen Lieblingsklassiker für den Abend vorbereiten.

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Antipasti-Salat:

3 Paprika, 3 Möhren, 2 kleine Zucchini, 1 Knoblauchknolle

Rosmarin, Thymian

Olivenöl, Salz, Pfeffer, etwas brauner Zucker

Das Gemüse putzen, Paprika von Strunk und Samen befreien, in breite Streifen schneiden und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben, mit der Hautseite nach oben. Mehrmals die Stücke auf der Hautseite mit einer Gabe einstechen. nun bei 250 Grad ca. 20 Minuten grillen. Die Paprika muss schwarz werden.

In dieser Zeit die Zucchini in möglichst lange Scheiben schneiden und salzen, Möhren schälen und in Stücke schneiden. Knoblauchzehen schälen und einmal mit dem Küchenmesser platt drücken. Normalerweise bin ich der Minimalist in der Küche, aber zu diesem Gericht hole ich gerne mal die Grillpfanne aus dem Keller.

Die Grillpfanne auf den Herd stellen und erhitzen, Öl hinein und die Knoblauchzehen anschwitzen, nach und nach die Zucchini-Scheiben einlegen, salzen und pfeffern, die Kräuter darauflegen.

Nun kann das Backblech aus dem Ofen geholt werden, die dunkle Paprika mit dem Backpapier vom Blech nehmen und mit einem feuchten Küchentuch bedecken, leicht auskühlen lassen. Die Zucchini-Scheiben wenden und würzen.

Nun die Paprikahaut mit einem Messer abschälen und in eine vorbereitete Schüssel geben, die Zucchini dazu. Nun etwas Zucker in die Pfanne und leicht karamellisieren lassen, die Möhrenstücke dazu geben. Würzen und leicht anbraten, bis sie ‚al dente sind. Alles zusammen in die Schüssel, etwas Öl darauf geben, eventuell mit Salz und Pfeffer abschmecken, frische Kräuter darüber, mit Folie bedecken und an einem kühlen Ort circa 5 Stunden durchziehen lassen.

Was soll ich sagen, mit der Abfahrt der Elektriker war der Salat durchgezogen. Ein Stückchen Sommer im Februar. Guten Appetit!

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Apfelgalette oder die Kunst, Dinge zu verpacken!

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Heute hatte ich ein nettes Gespräch mit einer sehr agilen Frau. Ich betone, agil, denn sie hat jede Menge gesundheitliche Einschränkungen im Alltag, die insgesamt nur schwer zu händeln sind. Sehr erfahren ist sie, schon viel durchgemacht hat sie, schon viel gearbeitet hat sie und zwei Kinder allein durchgebracht hat sie. Kinder, von denen ich denke, dass sie von Herzen gut sind und alles für ihre Mutter tun würden. Weil sie dankbar sind.

Diese Frau spricht die deutsche Sprache nicht fließend. Ich spreche ihre Sprache auch nicht, deshalb kommunizieren wir über den gleichen Humor, ein herzliches Lachen und die deutschen Worte, die sie gelernt hat und in ihrer Bedeutung gerne richtig zuordnen möchte. So geschehen heute. Ich traf sie mit ihrer Tochter vor der Haustür. Nun ist ihre Tochter eine sehr gute Freundin von mir und wir nutzen jede Gelegenheit, die es uns im Alltag möglich ist, kurz denselben Alltag zu vergessen. Ich lud die beiden Damen auf einen schnellen Kaffee in mein Büro.

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Wir sprachen über Yoga, gesunde Ernährung, eine viel zu überteuerte Küchenmaschine und deutsche Kochbücher. Dazu gab es einen schnellen Kaffee und ein Stück Apfelgalette.

„Ein Stück Waaaaas?“, fragte die agile Dame. Ich versuchte das kurz zu erklären. Dann erzählte sie eine kurze Geschichte über die ich Tränen gelacht habe (das ist schon lange nicht mehr passiert!). Sie erzählte, dass sie gestern ein Kochbuch zu besagter überteuerten Küchenmaschine gelesen hat. Nebenbei, es war ein überteuertes Kochbuch zu der überteuerten Küchenmaschine. Sie versuchte, die Rezepte zu verstehen und wunderte sich wieder einmal über die deutsche Sprache. Sie mußte erst einmal „Quiche“ nachschlagen und „Lagenkuchen“ und „Schichtsalat“. Ich sagte, sie esse gerade einen Apfelkuchen mit Mürbeteig, der einfach anders verpackt ist. Sie schaute mich groß an, lachte und verzweifelte wieder mal aufs Neue an der deutschen Sprache.

Schade, finde ich. Denn das überteuerte Kochbuch vermittelt einen falschen Eindruck der guten alten deutschen Küche. Das meine ich ehrlich und schreibe hier das Rezept für den „mit Mürbeteig eingeschlagenen Apfelkuchen„.

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Zutaten Teig: 250 g Mehl, 2 EL Zucker, 1 Prise Salz, 1 Ei, 150 g kühlschrankkalte Butter, 6 EL kaltes Wasser
Zutaten Belag: 3-4 Äpfel, 3 EL brauner Zucker, 2 EL Zimt, etwas zerlassene Butter
Zutaten Sirup: Apfelreste, Apfelschale, 250 ml Apfelsaft, 50 g brauner Zucker, etwas Zimt

Für den Teig Mehl, Zucker und Salz in einer Schüssel vermengen. Die Butter in Würfel schneiden und außen herum legen. Das Ei in die Mitte geben. Nun den Teig etwas verkneten, dann das Wasser hinzugeben und rasch zu einer Kugel formen. Teig etwas flach drücken und für 30 min. in Frischhaltefolie im Kühlschrank ruhen lassen.

Die Äpfel schälen (die Schale und Gehäuse mit Apfelsaft und Zucker in einen kleinen Topf geben). Die Äpfel in dünne Scheiben schneiden und mit Zucker und dem Zimt vermengen.

Den Teig aus dem Kühlschrank auf einer bemehlten Arbeitsfläche sehr flach und rund ausrollen. Am besten schon auf Backpapier. Jetzt die Apfelscheiben kreisförmig auf den Teig geben, dabei etwas Platz vom Teigrand lassen. Zum Schluss den Teilrand vorsichtig umklappen und dabei kleine Falten bilden. Im Backofen mit Ober- und Unterhitze bei 18 °C 25 min. backen.

Den zur Seite gestellten Topf mit den Apfelresten auf den Herd geben und bei mittlerer Stufe für etwa 20 min. köcheln lassen. Die Galette aus dem Ofen holen, den Sirup durch einen Sieb darüber geben. Dazu einen guten Kaffee oder Tee und die noch winterlichen Temperaturen sind schnell vergessen.

Guten Appetit, was auch immer lieber gegessen wird: Ein ehrlicher Apfelkuchen oder die Apfelgalette.

„Karo einfach“ oder „Schnittchen heißen Liebe“

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Eine gute Freundin von mir steht morgens eine Stunde früher auf, um ihren Lieben Schnittchen für den Tag zu schmieren. Und sie ist Meisterin im Schnittchen schmieren, das wissen ihre Lieben, denn sie essen gerne die Schnittchen. Und beklagen es, wenn es keine Schnittchen gibt. Und die gibt es manchmal…nicht, wenn der Haussegen etwas schief steht. Denn keine Schnittchen schmieren ist ein bißchen wie Liebesentzug – sagt sie.

Harte Aussage finde ich und habe heute mal über die Philosophie des Schnittchen-Schmierens nachgedacht. Es gibt da ja verschiedene Typen, die ich wie folgt kategorisiere:

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Da gibt es den Radieschenschnitzer. Bei ihm ist der Kühlschrank voll mit allerlei „Props“. Senfgurken, Gemüsezwiebeln, Gurken, Radieschen, Tomaten und frischer Kresse. Der Radieschenschnitzer gibt meist um den Belag an sich nicht viel, denn er lenkt geschickt mit der Deko vom Eigentlichen ab. Der Schnittchengenießer an sich ist so geblendet von den Gurkenschwänen, den Radieschenröschen, den Zwiebelkrachern und den Kressehäufchen, dass er mit Sicherheit gar nicht mehr weiß, was auf seinem Schnittchen als Hauptbelag gedacht war.

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Ein weiterer Typus ist der Menüberbeleger. Ihr beißt mit Maulsperre in eine Knifte und erfahrt eine Geschmacksexplosion von Mangochutneysosse, Süßkartoffel-rinderkorinaderfrikadelle, Cerealcrunchytopping und glutenfreier, aber garantiert 3fach lang gelagerter Hefepyramide. Und seid sicher, dieser Schnittchenschmierer hat vier Stunden in der Küche gestanden für ein Schnittchen für euch. Weißt es zu würdigen, bitte.

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Kennt ihr den Matscher? Den Käsebrot-Pralinen-Kniften-Zuklapper? Dieser Schnittchen-Schmierer ist der Praktische in der Küche. Wieso sich auch die Mühe machen? In meinen Schulzeiten hatte man eh immer diese Butterbrotbeutel dabei, die keine 2 Minuten unzerknautscht im Rucksack überstanden haben. Also kann man die verschiedenen Geschmackssorten und das Leckerli gleich als Einheitsbrei zusammenformen.

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Mein Favorit ist der Ausdauer-Schnittchen-Schmierer. Denn ich weiß, wie toll es ist, auch im erwachsenen Alter ein Schnittchen mit ganz viel Liebe serviert zu bekommen, wenn man mal gar nicht pünktlich aus dem Bett oder vom Sofa hochkommt.

Jetzt könnte man die Schnittchen an sich noch mal unter die Lupe nehmen. Diese Heute-gibt-es-Süß-weil-Du-besonders-lieb-warst/Negerkussbrötchen, das Beidseitig-gebratene-Rührei-Sandwich-weil-du-heute-lange-fährst-sollen-es-die-anderen-halt-riechen, das Etwas-dröge-Weißbrot, weil eigentlich-ist-der-Kühlschrank-leer-aber-ich-habs-gut-gemeint.

Jetzt wird’s kompliziert, ich gehe jetzt auf die Couch. In diesem Sinne, ein Toast auf alle Ausdauer-Schnittchenschmierer.

Macht´s Euch nett.

Heidelbeertartelettes oder Erinnerungen an die Ferien!

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Na? Habt ihr noch Erinnerungen an die Sommerferien? An die Zeit mit euren Eltern oder mit Kindern oder ganz allein?

Meine Erinnerungen sind noch ziemlich präsent. Und wieder ist meine Nase schuld. Meine Nase sehnt sich heute nach dem Geruch des Sommers. Und ich muss gestehen, ich bin ein halbes Lehrerkind. Und damit einen zwinkernden Gruß an eine treue Leserin, meine Ma.

Sportlehrerin außer Dienst, reiselustig, aktiv, versehen mit der positivsten ansteckendsten Lache, die ich kenne. Und durch und durch Pädagogin mit einer Seelenruhe, die meistens im Hessenland wieder für den Alltag in den Ferien aufgefüllt wurde. Wir hatten eine kleine Ferienwohnung gemietet in der Nähe von Poppenhausen (bitte keine Lacher an dieser Stelle). Im Obergackenhof (Beherrschung, bitteschön), mit einer grandiosen Aussicht auf einen großen Tannenwald und viele Wiesen.

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Wer schon mal auf der Wasserkuppe war, weiß, wie Flora und Fauna dort ticken. Wir Kinder hatten die schönsten Ferien dort. Bewegungsgehemmte, sauerstoffverarmte und großstadt-verödete Schulkinder fühlen sich umgeben von Bauernhöfen und Blaubeerwiesen nämlich sehr wohl. Jawoll. Und machen dort Erfahrungen, die kein Stadtpädagoge der Welt unterrichten kann.

Kühe eintreiben mit dem Zweifingerpfiff, zum Beispiel. Bei der Treibjagd besonders laut sein, aus Versehen, versteht sich. Im Süßkirschenbaum ein Mittagsschläfchen machen und…auf der Blaubeerwiese einen Tag zu verbringen.

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So bei uns. In den Ferien mussten es immer mindestens 2 Tage sein, die wir mit Schalen, Eimern und Decken in den Blaubeeren verbrachten. Natürlich haben wir mit der Hand gepflückt und nicht ausgekämmt, um alle Pflanzen zu erhalten. Zwischendurch musste man aufpassen, dass man mit dem Hintern nicht in einen Schafskürtel plumpste oder eine Blindschleiche an den Waden zwickte. Denn es war meistens irre heiß und man hat die Gummistiefel gerne ausgezogen. Als Belohnung gab es dann ein Bad im eiskalten, trüben aber gesunden Guckaisee und Blaubeerpfannekuchen zum Abendbrot.

Jetzt haben wir keinen Sommer, ich bin nicht in der Nähe von Fulda und die Blaubeeren wachsen noch nicht ansatzweise an der Wasserkuppe. Daher greife ich auf die Kulturheidelbeeren zurück, die man ohne schlechtes Gewissen mal zur Not verwenden kann.

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Blätterteigtartelettes mit Mascarpone und Heidelbeeren:

1 Rolle Blätterteig aus dem Kühlregal, Heidelbeeren, Mascarpone, Naturjoghurt, Milch, Vanillezucker, Zitrone und frische Minze, kleine Mürbeteigförmchen, Erbsen

Den Blätterteig mit Backpapier in Vierecke schneiden und die Förmchen damit ausfüllen. Die Mitte mit den Erbsen füllen. Backofen auf 200 Grad aufheizen, die Förmchen mit dem Teig und den Erbsen blindbacken (die Erbsen sorgen dafür, dass der Boden unten bleibt und nicht zu dunkel wird).

Ca. 2 große Esslöffel Mascarpone mit Joghurt glatt rühren, 1 Paket Vanille-Zucker dazu, etwas Zitronensaft und einen Schuss Milch. Minze sehr fein schneiden (ist in dieser Zeit sehr hart).

Die Erbsen aus den Tartelettes schöpfen (abkühlen lassen, kann man danach normal weiterverwenden), und 2 Löffel Creme einfüllen. Heidelbeeren garnieren und mit Minze bestreuen. Dazu ein Schluck Tee oder Kaffee und in Erinnerungen schwelgen. Kuss, Frau Mama!

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