Buletten oder Soulfood für Alle

Feierabend, nach einem langen Tag. Der Kühlschrank ist leer, der Herd ist kalt, die Miniausgabe der Familie lechzt nach einer warmen Mahlzeit, außerhalb von Fast-Food. Ja, das gibt es auch im zarten Alter von 16 Jahren.

Wir sind die schnelle Speisekarte durchgegangen, von TK bis Bratwurstresten war alles dabei – der Abend schreit nach Buletten, Frikadellen oder Frikas.

Jawoll, selbst nach einem Tag voller Philosophie über Marmorierung von Ibérico-Fleisch, Tee-Vorlieben, Weinanbaugebieten und Rinder-Aufzucht, haben wir auch in diesem Haushalt Hungerstrecken und Sehnsucht nach geschmorrten Zwiebeln, Rinderhack und dem Geruch nach Heimelig.

Ich wette, jeder kann was über Frikadellen erzählen: Das Aroma von Reise im Zugwaggon, wenn jemand die Buletten aus der Tupperdose holt, der Neid im Bus, wenn der Schulkollege Muttis Reiseverpflegung auspackt, der Heisshunger in der Metzgerei, wenn die Auslage einen anlacht oder ganz persönlich, ein Freund, der immer ein Paket Senf in der Mittelkonsole hat, falls ihm ne Bulette auf der Fahrt über die Ladentheke der Raststätte wandert.

Jetzt bin ich kein Fleischsommelier, Metzger, eher ne Niete am Grill, aber….eines der ersten Gerichte in Studenten und Azubizeiten, das in mein Repertoire gewandert ist, ist „Buletten a la Sofie Beringer“ , abgewandelt durch Toskana und eigene Vorlieben.

500gr Rinderhack, mindestens Bio-Qualität, gerne gehackt, nicht gedreht

Eine Scheibe dröges Brot, entweder als Paniermehl oder eingeweicht

1 Teelöffel Senf, Salz, Pfeffer

2 Eier

1 halbe Gemüsezwiebel, 2 Knoblauchzehen

Butter, Olivenöl

Parmesan

Nach Bedarf: Karpern, glatte Petersilie

Ich nehme eine Eisenpfanne, da ich immer zusätzlichen Eisenbedarf habe. Ein Stück Butter schmelzen lassen, gehackte Zwiebeln und Knobi anschmoren. Vorsicht, nicht zu heiß, dann tritt Eiweiss aus (siehe Bild).

In eine Schüssel, Hack, Eier, Brot vermengen, gut würzen, Senf, Parmesan dazu (Petersilie und Kapern dazu) und die gedünsteten Zwiebel und Knobi dazu.

Jetzt das Wichtigste: Als Soulfood gelten bei uns nur kleine Frikadellen, mundgerecht, mit schöner Bräunung. Am liebsten werden sie in der Küche, im Stehen vernichtet – das Glas in der Hand und den Schul- und Arbeitstag besprechend.

Heute wars soweit, mit Rotwein aus Katalunya und Limo, mal eben naschen, die Mahlzeit hat es nur fürs Bild auf den Tisch geschafft. Aber dafür ist die Motivation wieder da – auf zu neuen kulinarischen Abenteuern…

Frikadüsen sind bei uns Finger-Food von einem Teller.

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