Geburtstag mit Folgen oder ein Bett im Erdbeerfeld!

Marmelade_MelsbonheurDa ist man eingeladen. Auf einen Geburtstag ins schöne Münsterland und in einen Kreis, den man eigentlich nicht wirklich kennt. Und wird so dermaßen überrascht, dass man Bücher darüber schreiben kann. Also ein Buch soll es nicht werden, aber die Spätfolgen am heutigen Sonntag sind schon beachtlich.

Das Münsterland ist hier schon ein großes Anbaugebiet für Spargel und Erdbeeren. Überall gibt es Straßenstände und provisorische Märkte, um das köstliche Gut schnell und frisch vom Feld an die Käufer zu bringen. So ging es mir auf dem Weg von hier nach da.

4 Kg Erdbeeren! Wort!

Frisch müssen sie gegessen werden. Am besten pur. Ich liebe es, wenn die Erdbeeren schon in Papppackungen angeboten werden und nicht in diesen PET-Körben mit Folie. Der nette Erdbeerbauer sucht natürlich die schönsten Körbchen für die Großbestellung aus (macht er wirklich, ich glaube dran!).

Die Geburtstagsfeier findet in einem alteingesessenen typischen Landgasthaus statt. Zwischenzeitlich habe ich zwischen den zugewachsenen Steinmauern und den Springbrunnen den Eindruck, irgendwo in eine Filmkulisse Hollywoods gebeamt zu sein.

Auch der Gästekreis ist bunt gemischt. Französisch-portugiesisch-spanisch-münsteranisch ist das Publikum. Nach dem Sektempfang mit Champagner (aus der französischen Heimat des Bruders der Gastgeberin) geht es zum Menü in den eingedeckten Festsaal im Stil der 50er Jahre. Irre. Frank Sinatras leise Stimme untermalt die liebevollen Worte des Geburtstagskindes. Es folgt ein europäisches Menü mit Antipasti, Spargel, Steak, Zander, Erdbeeren und Rhabarber. Für die französischen Gäste wird simultanübersetzt – ich fühle mich heimisch.

Erdbeere1_Melsbonheur

Nach dem Essen wird getanzt und gelacht. Ein Nachbar des Geburtstagskindes schaut vorbei. Ein Mann, dessen Musik ich nicht unbedingt mag, der mich aber davon überzeugt, dass man mit 70 Jahren Lebenslust und Esprit versprüht, auch wenn man ein Leben lang in einem sehr harten Showbusiness gearbeitet hat und immer noch dabei ist. Danke Jürgen Drews, es war eine tolle Geste, der Gastgeberin ein Privatkonzert zu geben.

Mit Musik vom Band ging es weiter. französische Chansons, spanische Schlager, Funk&Soul und atemlose Partyeinlagen haben garantiert, dass irgendwie alle tanzten. Und damit meine ich alle. Die Mischung sorgte dafür, dass man das ein oder andere Stück einfach überhört hat. Vielen Dank für den sagenhaft organisierten Aufwand. Ich habe mich sehr wohl gefühlt.

Nun aber zu den Spätfolgen: Die Ladung aus dem Kofferraum. Was macht man mit 4kg Erdbeeren? Marmelade. Nach Familienrezept. Mit Zitronenabrieb und Aperol, aufgekocht mit einer Vanilleschote.

Erdbeere_melsbonheur

Meine Ma hat übrigens immer 30 gefüllte Marmeladengläser im Keller. Sie sagte mir mal, Marmelade kochen hat etwas Beruhigendes in bewegten Zeiten. Der Duft, der aus dem aufbrodelden Topf steigt, legt sich beruhigend auf die Nase und die Zuckerdämpfe senken den Blutzuckerspiegel. Es stimmt wohl.

Dazu gibt es kleine Pralinés mit feinster Zarbitterschokolade. Einfach die schönsten Prachtstücke in geschmolzene Schoki tauchen, kurz kaltstellen und zum Eiswein servieren.

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Für die Kleinsten gibt es Kalzium, angereichert mit einem VitaminC-Schock allerfeinster Qualität. Frisch aus dem Mixer und gut für die Knochen.

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Lasst Euch animieren. Meist reicht ein kurzer Ausflug aufs Land und man kann noch Tage später die Spätfolgen genießen.

Guten Appetit!

Pistou-Orange oder warum bin ich nicht schon eher darauf gekommen!

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Die Franzosen an sich behaupten ja, sie hätten die beste Küche. Ich frage Euch, welche Nationalität behauptet das nicht von sich? Selbst in Amerika kann man mittlerweile Slow-Food finden, nur leider können sich das die meisten Leute nicht leisten oder wissen zuwenig. Letzteres ist nicht nur in Amerika der Fall.

Neulich wurde ich wieder einmal überrascht. Die französische Küche ist für mich einfach ausgereift in der Komposition von verschiedensten Geschmacksnoten. Alles zusammen sorgt dann für diese „Geschmacksexplosion im Mund“. Süß, salzig, sauer, etwas scharf, weich und knackig und das am besten alles auf einmal.

So kürzlich bei mir geschehen durch eine gefüllte Kohlrabi mit Quinoa, darauf ein Topping von Blumenkohlgelee und als Beigabe ein Orangen-Pistou. Orangen…was?

Ein Pistou ist die französische und fruchtige Variante des italienischen Pestos. Die Grundzutaten sind ähnlich:

2 Knobizehen, 3 EL Basilikum, 1 EL Petersilie, Salz, 100 gr Parmesan oder ähnlicher Hartkäse, 3 El Basilikum, 6 Cashewkerne und halt die Orangenfilets von 1/1/2 Orangen. Oder gekochten, abgezogenen, entkernten Tomaten oder frischen Brombeeren oder Himbeeren oder fertiger roter Beete oder, oder, oder.

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Jetzt habe ich so ein supertolles Küchengerät, das ich nie missen möchte- so einen Standmixer mit zusätzlichem kleinen Glasaufsatz, für das ich jetzt hier aber keine Werbung machen möchte. Alle Zutaten hinein, kurz vermengen und fertig ist eine fruchtig, sämige und geschmeidige Masse, die zu allerlei Gemüse passt, aber auch als Beigabe zu Grillfleisch oder Insalate Caprese.

Ich bin mir sicher, in einem Mörser geht das auch, oder in einer Schale mit zB einem Caipirinha-Stößel oder Stein auf Stein. Ihr werdet ja vielleicht mal über Eure Variante berichten?

Ich finde es einfach lecker, da jetzt gerade die Sommerzeit allerlei fruchtige Zutaten liefert, die ich gerne ausprobiere. Einfach in ein Glas füllen, etwas mit Öl begießen und innerhalb von 2 Tagen aufbrauchen, da die Fruchtsäure bestimmt schnell umschlagen kann.

Guten Appetit!

Leaving das „Singledasein“ oder warum Vegas, wenn auch Hamm toll ist

IMG_3055 Was zeigt man einer Großcousine, die schon jetzt mehr von der Welt gesehen hat, als man sich selbst für den Rest des Lebens so wünschen kann? Die die besten Köche kennen gelernt hat und die größten Küchen der Welt? Die gutes Essen, Stil und Ambiente zu schätzen weiß? Und die auch noch heiratet? Den besten Grafiker, den ich so kenne? Klar, man kann eine Zugfahrt nach Willingen buchen, eine Flugreise nach Las Vegas oder sie einfach mit dem Bauchladen in die Düsseldorfer Altstadt schicken. Oder man sammelt sie einfach direkt vor dem Goldschmied in Bochum ein, nachdem man heimlich ein Köfferchen für die Nacht gepackt hat. Wohin also? In welche Metropole, welche Superlative zeigen, welche Gipfel der Kochkünste? Die beste Freundin der Braut hat einfach den richtigen Instinkt. Wir fahren auf die A2, raus aufs Land. An den Ostrand des Ruhrgebiets. In die Stadt des Glaselefanten, der Pauluskirche, der Bergbaugeschichte und der Stahlindustrie, der Schützenfeste und grünen Wiesen. Nach HAMM. Der erste Stopp führte uns zum Gut Sternholz. IMG_2810 Vornehm ausgedrückt, nie hätte ich ein solches Paradies auf dem platten Land erwartet. Schon das Entrée des Hofes mit kleinem Teich und liebevoll angelegtem Garten hieß, neben uns, auch die ersten Maikäfer willkommen. Ein Nachmittag Sauna und Wellness stand uns bevor. Was Mädels sich halt so wünschen: tolle Düfte, sanfte Farben, Kerzen, Schnickschnack auf der Damentoilette und frische Snacks. Wir haben das spezielle „Junggesellenabschiedsangebot“ ausgeschlagen. Erst einmal waren wir zuwenig und dazu noch zu individuell, um den Spaß „auszuschlachten“. Wir hatten uns einfach Anwendungen gebucht. Wichtig ist hier, früh genug zu buchen, die Termine sind schnell vergeben. (Aufgrund der Privatsphäre konnte ich hier keine Fotos machen, schaut einfach mal auf die Seite). IMG_2811 Nach erholsamen Stunden und mit etwas Hunger machten wir uns auf den Weg zur zweiten Station. Zur empfohlenen Übernachtungsmöglichkeit, dem circa 15 Kilometer entfernten Gut Kump. Ein Stück Autobahn (weniger schön, wenn man etwas träge ob der Saunagänge ist) und dann durch kleine Ortschaften kommt man wieder zu einer neuen Überraschung. Das Gut Kump hat eine lange Historie und ist trotzdem auf dem modernsten Stand. Mit ganz viel Liebe und Geschick sind alte Gebäude wie Scheune und Stallungen durch moderne Architektur verbunden worden. IMG_3059   IMG_2880 Wir durften in den neusten Zimmern schlafen. Die oberen Zimmer eines Extragebäudes, sollten unsere sein. Im Vorfeld hatte ich mich schon „geopfert“, das Zustellbett zu benutzen. Dass ich damit einen Supertreffer gelandet hatte, wußte ich bis dato nicht. Selbst das Zustellbett hatte eine super Matratze und einen Raum für sich. Wir suchten das Häuschen inmitten von Lavendelfeldern und Kräutergärten auf. Versteckt hinter dem schmiedeeisernen Tor. IMG_3066IMG_3065Ein Traum, vor allem, wenn man bedenkt, dass man wirklich „nur“ ein Bett erwartet hat. Der geschmackvolle Mix aus Alt und Neu fand sich hier in der Inneneinrichtung wieder. Qualitativ hochwertige antike Möbel wurden mit italienischen Stoffen aufgewertet. Die Badezimmer sehr geräumig, große Duschkabinen. Der krönende Abschluss war ein fantastisches Drei-Gänge-Menü im Haupthaus. IMG_2862   Natürlich konnten wir noch die beiden Flaschen Sekt genießen, die gekühlt auf unseren Zimmern standen (auch im Paket-Preis inbegriffen. Am nächsten Morgen zogen wir unwillig wieder aus unseren Zimmern, kaffeedurstig und etwas verkatert. Es wartete ein himmlisches Frühstücksbuffet mit selbstgebackenen Broten und Kuchen, eingelegtem Feta und Aufschnitt, frisch von Metzgern der Umgebung. Eine tolle Auswahl und sehr, sehr leckerer Mix. Ein Abschlussrundgang durch den großen Park rundete ein tolles Wochenende ab. IMG_3063 IMG_3056 Möge es der Start in eine tolle Zukunft sein, liebe Valeska.   P.S. Ein großes Dankeschön an das sehr nette und aufgeschlossene Personal beider Häuser. Ich liebe es, wenn der Service zudem ungekünstelt und aufgeschlossen ist, dennoch aufmerksam und hilfsbereit.

Heute mal vegetarisch oder Wasser im Fleisch kann mich mal!

Eigentlich wissen wir, dass wir den Preis für Discounterartikel mitbezahlen….nämlich indem wir diesen ganzen Schrott konsumieren. Was haben wir für Skandale hinter uns bzw. was kommt noch alles? Lebensmittelampel, versteckter Zucker, Analogkäse oder eben mit Wasser aufgespritzes Fleisch, um mehr Euro mit weniger Wareneinsatz zu machen?

Die Schraube dreht sich immer weiter: gentechnisch verändertes Gemüse und manipuliertes Saatgut, damit einheimische Kartoffelsorten irgendwann nicht mehr gezüchtet werden können, sogar verboten werden. So auch in ärmeren Staaten die nur auf einjähriges Saatgut zurückgreifen dürfen, damit sie auch ja schön klein gehalten werden. Massentierhaltung, Kinderarbeit in der Textilindustrie, künstliche Aromen.

Wann seid ihr das letzte Mal bewußt einkaufen gewesen? Stammt Euer Honig aus Nicht-EU-Ländern? Habt ihr Milchmischprodukte oder Samt-Fruchtaufstriche konsumiert? Habt Ihr diesen komischen Geschmack am nächsten Tag noch im Mund, wenn ihr Chipsletten gegessen habt? Wundert ihr euch nicht, warum euer Brot nach 5 Tagen immer noch gegessen werden kann? Warum abgepacktes Fleisch nur 1,50€ kostet?

Viel Spaß, liebe Konsumenten! Wir lassen uns gerne veräppeln, auf Kosten des Preises.

Denkt mal nach, beim nächsten Einkauf. Nehmt Euch die Zeit. Fangt zumindest mal an, bewußter all das in den Einkaufswagen zu packen, was uns nach und nach krank macht.

Nur manchmal weiß ich gar nicht mehr so genau, was gut ist. Bioeier sind vom Futter der Hühner verseucht,  Obst und Gemüse wird von überall der Welt eingeflogen. Es gibt schon wieder Erdbeeren. Und seit Weihnachten Ostereier (wie alt sind die eigentlich, wenn die in den Handel kommen umd wie alt erst, wenn Ostern ist?). Kommt ihr auch so durcheinander, was jetzt gerade genießbar ist und ohne Hilfsmittelchen gewachsen? Ich verliere den Überblick, will mein Gemüse aus eigenem Anbau essen, aber wo bekomme ich richtiges Saatgut her? Wo ist ein guter Anfang und was ist ein genießbares Ende?

Dazu kann ich nicht „bon appétit“ sagen! Das bleibt im Hals stecken.

Alleine über den großen Teich oder Happy PancakeDay!

PancakeKann mir mal jemand sagen, ob man früher zu dieser Zeit das Korn eingefahren hat, oder warum macht man gerade jetzt den hundsgemeinen Pfannkuchen zum Nationalgericht? Wie auch immer – mit vielen Grüßen in das Land der unbegrenzten Möglichkeiten, alles, alles Gute zum Happy PancakeDay. Ich selbst verbinde mit Pancakes einen 3wöchigen Aufenthalt in New York. Mit 17! Eine Freundin befand sich für ein Jahr in America als Au Pair. Und was tut man nicht alles, um ihr die Zeit dort nicht zu lang werden zu lassen? Na, klar, man bucht sich ein Ticket und quartiert sich mit einer Freundin auf Long Island in ein Bed&Breakfast ein. Es war ein preiswertes B&B. Ein sehr preiswertes. Der Inhaber, ein älterer Herr, zog extra aus seinem Schlafzimmer ins Gästezimmer, um uns das größere Bett zu überlassen. Was er leider vergaß, frische Bettwäsche hätte uns ganz gut gepasst. Vielleicht mal durch das gemeinsame Badezimmer putzen, das wäre auch mal ganz gut gewesen. Naja, wir waren noch sehr jung – ich glaube wir haben auf den zumindest frischeren Handtüchern neben dem Bett geschlafen. Nun dieser Herr machte das beste Frühstück! Frisches Obst geschnitten, Sandwiches und jawoll, ja, Pancakes ohne Ende. IMG_1901Vielleicht nach diesem Rezept? Ich weiß es nicht, aber das Ergebnis kommt nahe ran an den Geschmack von damals 1 Ei, 75 Gramm Weizen- und Weizenvollkornmehl gemischt, 75 ml Milch, 1/2 TL Natron, 1/2 TL Backpulver, 1 1/2 EL Zucker mit Vanillezucker, Ahornsirup alles gut verrühren und ein paar Minuten stehen lassen. Eine kleine Pfanne erhitzen, wenig Öl bei mittlerer Hitze warm werden lassen. Nun langsam eine kleine Suppenkelle des Teigs in die Pfanne geben. Den Pancake wenden, wenn sich gleichmäßig kleine Luftbläschen in der Mitte zeigen. Dann stapeln und mit Ahornsirup servieren. 1 Der Geschmack von Ahornsirup ist für mich einer von der großen, weiten Welt und wird es auch immer bleiben. Guten Appetit!

Weltmurmeltiertag, La chandeleur oder meine beste Ausrede!

IMG_1792Die Amerikaner nehmen den heutigen Tag gerne zum Anlass, um sich auf die faule Haut zu legen (heute ist Murmeltiertag, vor allem in Pennsylvania). Die Deutschen fluchen über den heutigen Tag und die Franzosen feiern LA CHANDELEUR, also Mariä Lichtmess. Und sie haben eine hervorragende Idee, diesen Tag zu feiern: Sie backen Crepes.

Also da von Frühling heute nicht die Spur zu sehen war, bin ich auch nicht gewillt, das Murmeltier zu feiern. Motzen macht auch nur schlechte Laune. Also was hab ich getan:

Genau!!

Es traf sich gut, dass ich heute ein tolles französisches Buch in der Post hatte. Von einem lieben Freund verpackt und abgeschickt. Merci, „frenchman“!!!  Dieser tat seinen heutigen Hunger nach Crepes in Dankeskonversation kund. Leider wohnt die Familie nicht ganz in der Nähe, also habe ich heute ferngekocht, in Gedenken sozusagen und für „Ihn“.

Warum und wieso heute in Frankreich gerne Crepes gegessen werden lest Ihr hier:

http://www.france.fr/de/feste-und-festivals/maria-lichtmess-la-chandeleur.html

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„Si point ne veut de blé charbonneux, mange des crêpes à la Chandeleur.“

Dazu braucht man:

500 ml Milch, 250 gr. Mehl, 3 Eier und etwas Salz. Dieses Gemisch verrühren und eine Stunde ziehen lassen und wiederum aufrühren.

Hauchdünn in einer beschichteten kleinen Pfanne ausbacken.

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Für ca. 6 kleine Suzettes:

2 Orangen, 1 Zitrone, 50 gr Puderzucker, 15 cl Grand Marnier, 125 gr. Butter

Nun Orangenfilets schneiden, den gewonnenen Saft aufbewahren und die Zitrone auspressen. Den Puderzucker in einer beschichteten Pfanne leicht braun werden lassen (karamellisieren). IMG_1785IMG_1791Den Orangensaft zugeben und abwarten, bis sich das Karamell im Zucker aufgelöst hat. Nun den Zitronensaft zugeben. Nach einigen Minuten die Butterstückchen zugeben. Nun mit Grand-Marnier ablöschen. Einen Crepes in die Pfanne geben und zu einem Dreieck falten, der Crepes zieht den Saft ein. Zwei, drei Filets hinzugeben und auf einem Teller anrichten. Mit etwas Puderzucker überstreuen und etwas geriebener Orangenschale dekorieren.

Eignet sich hervorragend als überraschendes Mitternachtsdessert!

Bon appétit!

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Französisches Frühstück oder Opulent ist anders!

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Wenn ich in Paris oder irgendwo anders in Frankreich bin, frage ich mich immer, wie die Stadt der Mode und das Land der guten Küche zusammen passen. Wie kann es sein, das Konfektionsgröße 32 die Durchschnittsgröße in den ersten Reihe bei den Pret-a-porter-Shows ist. Sitzen die Mädels und Jungs da nicht bei Maman (frz. für Mama) am Tisch und bekommen die 5 Gänge zum Mittagessen serviert? Inclusive der riesigen Käseplatte zum Abschluss mit knusprig-frischem Baguette?

Jetzt mal ehrlich, lauft doch mal durch die deutschen Innenstädte und versichert mir, dass wir kein Problem mit Übergewicht haben?! Wir, das Land der „guten“ Kohlenhydrate und der Vollkornbrote. Wie machen die Französinnen das? Bei all dem Weizenmehl, Fett und vor allem der Menge an guten Sachen?

Ich habe mir meine Meinung zurechtgebastelt. Denn:

Ich habe mit Franzosen zusammen gefrühstückt! Jawoll! Darin liegt für mich des Rätsels Lösung: Vergesst alle Aufschnittplatten, Körnerbrötchen, gebratene Eier mit Speck, Frischkäseaufstrich und Nutella, denn…

…der Franzose frühstückt…fast nix.

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Dafür trinkt er mehr und zwar nicht aus Tassen wie wir, sondern aus der Schüssel, der sogenannten „bol„. Café au lait, einen Kaffee mit viiiiel Milch aus der Schüssel.

Warum aus der Schüssel? Nun, kann kann dort sehr gut tunken (s. Saucenschwämmchen). Der Franzose stippt sein Gebäck gerne in den Kaffee. Auf nüchterner Wachstuchtischdecke, ohne Teller. Alles kommt pur auf den Tisch. Dazu ein Löffel um dann mit genüssliche Ruhe die Überreste des gestippten Croissants vom Boden der noch halb gefüllten Schale zu fischen. Ein schöner Volkssport eigentlich.

Gerne zum Frühstück serviert wird auch die Madeleine. Ein typisches Sandgebäck in Muschelform, einzeln abgepackt auch hierzulande erhältlich, wenn auch kaum genießbar aufgrund von zahlreichen Backtriebmitteln und überflüssigem Zeugs.

Also vergesst alle Vollkornbrote, Diäten und Fitnessclub-Abos, tunkt lieber mehr morgens und schlemmt hemmungslos am Mittag und am Abend. Dann klappt´s auch mit der schlanken Linie. Und trinkt mehr stilles Wasser, wie ich, die eigentlich nur noch stilles Wasser trinken sollte und nicht mehr tunken oder schlemmen sollte. Vielleicht auch keinen köstlichen Käse mehr riechen oder anschauen sollte. Dann klappt´s auch mit meiner Linie. Vielleicht. Schauen wir mal ;)!

In diesem Sinne – bon appétit!

Madeleine

Fernweh oder DIY aus der Konserve

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So, es wird tatsächlich kalt in Westgermany. Ich habe schon gedacht, wir erhalten uns den Spätherbst bis zum nächsten Sommer. Das Grau in Grau von heute und ein Heißhunger auf italienische Leckereien hat mich heute wieder Mel’s Bolognese kochen lassen.

Also Hackfleisch, Dosentomaten, Zwiebeln, frische Strauchtomaten, Karotten und ein kleines Stück dunkle Schokolade eingekocht und das Ganze mit Tomatenmark abschmecken. Normalerweise nehme ich ja immer das Mark aus der Tube, aber in diesem Falle steige ich gerne um – auf Konserve.

Tomatensugo

Diese Empfehlung habe ich von einem saarländischen Gourmet und Professor für Objektdesign erhalten und das kostenlos. Ich also ab in den Supermarkt und den Korb vollgeladen zum sagenhaften Preis von….-,25 Cent/Stück.

Umweltverschmutzung, unnötige Verpackung sagen die Einen. Denke an Andy Warhols Tomate Soup sagen die Anderen. Denn…Trommelwirbel, daraus lassen sich wunderschöne Serviettenringe basteln. Also ran an die Dose mit nem Büchsenöffner, oben und unten Deckel öffnen, Mark in den Topf spülen und fertig.

Eignet sich wunderbar als Geschenanhänger, als Zugabe zum italienischen Präsentkorb, Kindergeburtstag oder als Deko für die typisch italienische Pastafamilientafel.

Oder einfach als Wichtelgeschenk zu Weihnachten, zur Einweihung der Studenten-WG oder, oder, oder. Und man kann das Jahr über voressen ;). Viel Spaß!

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Der 1. Advent oder was tut man nicht alles!

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Weihnachten steht sozusagen vor der Tür! Jedes Jahr vergeht schneller, je älter man wird. Überall liest man von *Entschleunigung, Detox-Tees stehen neuerdings in den Regalen (sowieso kommen die großen Teemarken auf immer komischere Teesorten u.a. *Erdbeerkuss, *Schlafgut, *Vanille-Chai-Spicy-Yoga-Tee) um nur einige zu nennen.

Worauf freut man sich an einem Sonntag am meisten? Nun mit den Liebsten Zeit zu verbringen, sich Ruhe zu gönnen, zu entschleunigen. Teetrinken, Kerzen anzünden, Plätzchen essen…Plätzchen essen? Plätzchen essen. Herrje, da war noch was.

Hier ein kleines Rezept für Alle, die mal eben Plätzchen genießen wollen. Falls sie nicht gerade Vokabeln mit den Liebsten pauken müssen, den Kinderstudenten ins neue Eigenheim verhelfen oder auf dem Weg zum Weihnachtsmarktgetöse sind.

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Butterplätzchen à la Mel

250 gr. Butter, 50 gr. handwarmes Kokosfett, 2 Eier, 500 gr. Mehl,200 gr. Zucker, Abrieb einer Bioorange, 2 Pakete Vanillezucker, Zimt, eine Prise Salz

Alle Zutaten vermengen, als Rolle in Alufolie wickeln und für ca. 1 Stunde in den Kühlschrank legen.

Danach ca auf 1/2 cm Dicke ausrollen und nach Herzenslust ausstechen. (Wer nicht unbedingt Ausstechformen hat, kann sich auch mit einem bemehlten Glas ans Werk machen.

Dann für ca. 10 Minuten, je ach Plätzchengröße bei 180 Grad in den Backofen.

Ich persönlich mag diese Zuckerkugeln, Herzchen und Gedöns nicht so. Darum mische ich einen Zuckerguss an und belege meine Plätzchen mit Mandelblättern oder Kokosflocken.

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Und das Ende der Geschichte? Schaut man in ein mehlbeschmiertes kleines Gesicht, den Bauch voll wohlig warmer Kekse und gutem Kakao: Das ist nach getaner Arbeit Entschleunigung genug :)!

Liebe Frankreichfans: Ich mag Euch ja nicht enttäuschen, aber wer in der Vorweihnachtszeit nach Frankreich fährt, wird von unseren Traditionen hier wenig finden. Die Franzosen haben keine Adventsbräuche, auch wenn so langsam die festliche Innenstadteleuchtung aus Deutschland rüberschwappt. Plätzchen, Kranz und Co. kennen die meisten Franzosen nicht.

Apfelzimtsucht oder wie der Gefrierpunkt irgendwie die Pfunde bringt!

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Apfel-Zimt-Minigugl mit weißer Schokolade und Mandelsplittern

Jetzt mal ehrlich: Wie viel mehr müssen denn wohl die Jungs und Mädels früher geschuftet haben, um nicht sofort den ganzen Speck anzusetzen, wie wir?

Ich habe den Eindruck, schon allein der Gang an den gebrannten Mandeln auf dem Weihnachtsmarkt vorbei kosten mich eine Konfektionsgröße. Eindeutig unfair.

Damit ich nun aber mal ganz sicher weiß, woher der Speck kommt hier ein heute ausprobiertes und für gut befundenes Mini-Gugl-Rezept (eignet sich auch hervorragend als Kurzzeitraumduft -köstlich!)

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Schoko-Apfel-Gugl

375 g Mehl

1 1/2 TL Backpulver

1 TL gemahlener Zimt

250 g Butter, geschmolzen

220 g braunen Zucker

3 EL Zartbitter-Schokoladenaufstrich oder 1 EL Nutella

4 Eier

5 kleine, geschälte und leicht säuerliche Äpfel

Mehl, Backpulver und das Zimtpulver sieben und vermengen. Dann die flüssige Butter, Zucker, Nutella und  Eier zusammenrühren, zum Schluss die geriebenen Äpfel darunterrühren.
Den Teig in eine Mini-Guggl-Form füllen, und bei ca. 180° 20 – 25 Minuten lang backen.

Der Holzstäbchentest* zeigt an, ob die Gugl durchgebacken sind.

Den Miniküchlein eine Haube aus weißer Schokolade aufsetzen und mit Mandelsplittern bestreuen oder nur mit Puderzucker übersieben.

Nach dem Genuß dieser kleinen Kalorienbombe gehe ich jetzt erst mal in die Küche aufräumen, dann joggen und dann aufs Sofa. Na gut – vielleicht nur zum Aufräumen. Obwohl, Sofa!, ein toller Ort. Es ruft, laut und immer lauter….

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* Mit einem Schaschlikspieß in den Teig stechen und zurückziehen. Bleiben keine Rückstände an dem Spieß haften, ist der Gugl fertig.