Amsterdam oder Vorsicht, mal ein Reiseblog!

Hier ein etwas ausführlicher Bericht über meinen Amsterdam-Aufenthalt. Ich bin im Nachhinein oft auf meine Instagram-Bilder angesprochen worden, die wohl auf besondere Art rübergebracht haben, wieviel Spaß ich hatte.

Es gab einen 40. Geburtstag im Freundeskreis. Einen besonderen 40. Und vier Frauen, die nicht unterschiedlicher sein können. Alle mit Geschichten, die nicht unterschiedlicher sein können. Und eine davon hatte einen Wunsch, für einige Tage in dieser Konstellation zu verreisen. Es ging mit dem Reisebus nach Amsterdam, schlussendlich aus dem Grund, dass ein Tagesticket in der Amsterdamer Tiefgarage soviel gekostet hätte, wie unsere komplette Fahrt nach Amsterdam und zurück.

Entgegen aller Gerüchte war unsere Fahrt mit dem FlixBus bequem und unkompliziert und mit 3 Stunden 25 Minuten die kürzeste Anfahrt, die ich je hatte. Vielleicht lag es auch an unserem Busfahrer „Alfred“, der uns die Wartezeit verkürzte, weil er mit seinen 65 Jahren einige witzige Geschichten als Fernfahrer auf Lager hatte.

Angekommen in Amsterdam hat mich die unglaubliche Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit der Niederländer umgehauen. Wir brauchten eine öffentliche Verbindung, die uns zu unserem Hotel brachte und die war aufgrund der zahlreichen Möglichkeiten (Bus, Tram, Zug, Taxi) nicht so einfach zu finden. Ob Shoppersonal oder Reisende, jeder war sofort offen, uns weiterzuhelfen.

Dann war nach 25 Minuten das Hotel erreicht. Nun, ich gebe hier keine Empfehlung ab, denn: Das Hotel wurde umgebaut (null Infos dazu im Internet), die Bilder von den Zimmern, der Lobby, der Terrasse und des Frühstücksraums wurden nicht vor Ort aufgenommen. Was uns erwartete, war eine Riesenbaustelle, ein Zimmer ohne Ablagemöglichkeit, Kleiderbügel oder Handtücher, aber es war zumindest sauber. Die Rezeption war zumindest so peinlich berührt, das Problem sofort zu mindern: Es gab für uns Frühstück gratis, eine Kaffeeflat der Cimbali-Maschine und Vergünstigungen beim Fahrradverleih. Das Kleiderbügel und Handtuchproblem war schnell gelöst und wir hatten eh nicht vor, unter die Hoteltester zu gehen.

Wir haben uns Räder gemietet, denn hat man sich einmal der Fahrweise auf Amsterdams Straßen angepasst, gibt es kein flexibleres Fahrzeug. Es sei denn, man hat ein Elektrokart. Mit Leihrädern sollte man tunlichst an gekennzeichneten  Fahrradständern parken und dann absteigen, wenn man kein anderer Fahrradfahrer fährt. Die Leih“Fiets“ werden gerne geklaut und Touris von der Radpolizei angehalten. Fahrradwege sind super ausgebaut, allerdings ist nicht immer klar, wo man fahren darf und wo nicht.

Die Lage des Hotels war wiederum unbezahlbar: Direkt gegenüber lag der Sarphatipark. Genutzt von Studenten, Sportlern, Familien und Angestellten in der Mittagspause. Mit der Decke und dem Flatratekaffee ging es mit dem Frühstück direkt raus aus dem Baustellengetöse, hinein in die grüne Oase mit Anbindung. Ganz schnell war man mittendrin im Getümmel, lieh sich das Taschenmesser von der Nachbarsdecke oder den Korkenzieher am Abend. Wir waren kaum zum Essen in diversen Restaurants, die Amsterdam zu bieten hat. Die Stimmung bei 30 Grad, Wassergeplätscher, Chill-Out-Musik und netten Leuten im Park war einfach netter. Sonst um die Ecke alles andere, was man so braucht: Weinbars, Drogeriemärkte, gemütliche kleine Restaurants, Tramstationen, witzige Pop-Up-Stores und Boutiquen.

Im Vorfeld hatten wir eine Grachtenfahrt online gebucht. Die empfehle ich zur Golden-Hour, zum Sonnenuntergang zu machen. Das Licht auf dem Wasser und die gedeckten Tische der Anwohner an den Grachten sind einfach wunderschön. Zudem hatte wir die Fahrt mit Cocktail gebucht, also der Rosé schmeckte super und zu viert lohnt sich die Bestellung einer Flasche als Nachtisch allemal.

Im Anschluss gab es Fritjes und Frikandel und den angesagtesten Kulturclub der Stadt, das Paradiso. Als ob man es geahnt hätte, gab es für uns Vier an diesem Abend lateinamerikanische Musik und buntes Publikum. Das Paradiso war eine Kirche im 18. Jahrhundert und neben Nirvana, den Stones und den Red Hot Chili Peppers spielt zB. aktuell Beth Ditto im Oktober.

Mal so am Rande: Natürlich gibt es immer noch Coffee-Shops in Amsterdam und natürlich weht einem immer noch der Kräuterduft unter der Nase, wenn man daran vorbei fährt. Aber zB. im Paradiso wurde man strengstens kontrolliert, so dass man nicht passiv mitrauchen musste. Und alles andere kann man nach Lust und Laune einfach vermeiden.

Zwei Seitenstraßen von unserem Hotel war jeden Tag bis 17 Uhr der Albert Cuyp Markt geöffnet. Blumen- und Fischstände, dazwischen Second-Hand-Geschäfte, Cafés, Interieur und frische Säfte. Polnisches Porzellan, Küchenschnick-Schnack, Schmuck und Bettdecken im Angebot, kurzum bei schönem Wetter sicherlich ein gutes Ziel. Der Bloemenmarkt im Stadtzentrum ist eher typisches Touriziel und hat mich nicht wirklich gekriegt.

Absolutes Highlight war ein Tag am Konservatorium von Amsterdam, in der Nähe vom Hauptbahnhof. Bei traumhaften Wetter haben wir die Dachterrasse des NEMO Science Centers aufgesucht. Die Architektur in Amsterdam wird nicht langweilig. Neben den alten Grachtenhäusern baut sich das Nemo wie ein riesiges Schiff im Hafen auf. Die Dachterasse ist stufenförmig angelegt, so dass man hier einen weitreichenden Ausblick hat. Mit Kindern ein tolles Ziel, um sich von den Anstrengungen einer Stadt zu erholen und auch bei schlechtem Wetter gibt es viel zu entdecken. Wir, wir konnten einfach die Seele baumeln lassen und den Ausblick auf das Wasser genießen.

Meine Lieblingskaffeebar in Amsterdam ist ab jetzt das Coffee&Coconuts. Hier kann man relaxed einfach arbeiten, lesen, eine Kleinigkeit essen oder die Einrichtung bewundern, die mich umgehauen hat. Junge Designer und Künstler stellen regelmäßig aus, witzige Details gibt es überall zu entdecken und das Essen ist grandios cross-over. Mal abgesehen davon, dass man das Personal abends im Paradiso wieder trifft. 

IMG_6206_Coco

Coffee&Coconut

Wir haben uns überwiegend selbst versorgt, was sich einfach so ergeben hat. Einen Supermarkt zu finden ist allerdings nicht leicht, denn die sind von außen schlecht erkennbar. Bei uns würde man hinter zwei zugeklebten Schaufenstern keinen großen REAL-Markt vermuten sondern eher einen kleinen Handyladen. Auch hier gilt: fragen. Die nettesten Leute haben wir auf der Straße, in den Cafés, in der Tram, an der Rezeption, im Park, auf dem Markt, im Boot und an Land getroffen. Also überall.

Und würde man mich heute fragen: „Kommst du mit nach Amsterdam?“, würde ich dafür alles stehen und liegen lassen. Amsterdam, ich komme bald wieder. Bis dahin: „Bye vor nu!“.

 

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